Aktuelle Information

Neue DPO Informatik gültig

Vorlesungskommentar

des

Fachbereichs Informatik

der

Universität Dortmund

für das

Wintersemester 1996 / 97

Inhaltsangabe 2

Vorwort 4

Vorlesungen im Grundstudium

Programmierung / Programmierkurs 5

Physikalische u. elektrotechnische Grundlagen für Informatiker 6 (Studierende der Informatik)

Informatik und Gesellschaft 7

Datenstrukturen 9

Programmierkurse

Programmierkurs ANSI-C 10

Objektorientierte GUI-Programmierung mit OSF/MOTIF und Beta 11

UNIX-Systemkurs 13

Praktika

Softwarepraktikum 14

Hardwarepraktikum 15

Vorlesungen im Hauptstudium (Informatik / Angewandte Informatik)

Logische Systeme der Informatik 18

Theorie der Programmierung 19

Komplexitätstheorie 20

Betriebssysteme 21

Graphische Systeme 22

Informationssysteme 23 Rechnernetze und verteilte Systeme 24

Operations Research 25

Systemanalyse 26

Rechnergestützter Entwurf / Fertigung (Mikroelektronik) 27

Geometrisches Modellieren 28

Einführung in die Fuzzy-Logik 29

Anwendung formaler Modelle in verteilten Systemen 30

Bioinformatik 31

Rechnernetzanwendungen 32

Theorie neuronaler Netze 33

Multimediale Informationssysteme 34

Evolutionäre Algorithmen 35

Menschengleiche Maschinen 36

Petrinetze - Eine Einführung 37

Parallele Algorithmen 38

Funktionale, regelbasierte und prozedurale Programmierung mit Mathematica 39

Seminare

Autonome, mobile Roboter 40

Parallele (ereignisorientierte) Simulation 41

Simulation und Optimierung mit Intervallarithmetik 43

Genetische Programmierung 44

Technische Informatik 45

Anwendung von genetischem Programmieren und Artificial Life 46

Funktional-logische Sprachen und ihre Implementierung 47

Speicher-Konfigurationen in modernen, allgemeinen Prozessor-Systemen 48

Informationsteil

Neue DPO Informatik rückwirkend ab 1.4.1996 49

Hinweise zu den Neben- und Anwendungsfächern 50

Lehramtsstudiengang Informatik (Sekundarstufe II) 51

Beispielhafter Studienverlauf 52

Frauenbeauftragte des Fachbereichs Informatik 58

Prüfungsgebiete der Hochschullehrer 59

Vorlesungszyklen 60

Sprechstunden 61

Vorwort _________________________________________________________________________

Als Lehrveranstaltungen werden Vorlesungen, Übungen, Seminare, Kurse, Praktika und Projektgruppen angeboten. Die Veranstaltungsnummern sind folgendermaßen zu interpretieren:

(1)

047001-047999: Kurse (1)

048001-048049: Veranstaltungen für Studierende anderer Fachbereiche (1)

048050-048070: Veranstaltungen für Lehramtskandidaten (1)

048071-048099: Sonstige Veranstaltungen (1)

049001-049999: Besondere Veranstaltungen (1)

Zeitliche, räumliche oder personelle Änderungen und Ergänzungen werden durch Aushang im GB V (Campus Süd), 2. OG bekanntgegeben. Dies betrifft insbesondere die mit "N.N." angekündigten Lehrveranstaltungen.

Wichtiger Hinweis (nicht nur für Studierende):

Um eine rechtzeitige Herausgabe des Vorlesungskommentars zu ermöglichen, mußte bereits mit der Zusammenstellung der Kommentare und mit dem gesamten Layout zur Vereinheitlichung Anfang Juni d.J. begonnen werden. Aus diesem Grunde sind etwaige Änderungen im Hinblick auf den "Redaktionsschluß" nicht auszuschließen. Daher läßt es sich weiterhin nicht vermeiden, die Aushänge im GB V (Campus Süd) oder auch direkt bei den entsprechenden Lehrstühlen zu beachten!

Viele Vorbesprechungen der Seminare haben aus organisatorischen Gründen bereits im Juni/Juli stattgefunden. Es hat aber auch keinen Sinn, diesen Vorlesungskommentar eher zu veröffentlichen, da der Informationsgehalt dann natürlich nicht so groß wäre. Priorität hat, daß so ziemlich alles auf dem neuesten Stand ist. Wer also an einem Seminar aktiv teilnehmen möchte, sollte sich sehr früh durch die Aushänge an den Lehrstühlen erkundigen, wann die Vorbesprechungen etc. stattfinden.

Anmerkung der Redaktion

September 1996

Vorlesungen im Grundstudium ______________________________________________________________________

Programmierung / Programmierkurs

040011 4 PV Di, 12.15 - 14.00 Uhr HG II / HS 1 Dittrich Do, 16.15 - 18.00 Uhr HG III / HS 1

040012 2 PÜ n.V. Dißmann/Klingspor/ Fronk/Westbomke/ Knaup

Beginn: 15. Oktober 1996

Diese Vorlesung wendet sich an Studenten mit dem Hauptfach Informatik im ersten Semester sowie entsprechend interessierte oder verpflichtete Studenten mit dem Nebenfach Informatik.

In dieser Veranstaltung wird in den Problemkreis der Softwareerstellung eingeführt.

Aspekte, die in der Vorlesung und den zugehörigen Übungen vermittelt werden sollen:

- Einführung in wesentliche Konzepte für die Softwareerstellung

- Einführung einiger wichtiger Datenstrukturen und Algorithmen

- Einführung in die Gedankenwelt des objektorientierten Programmierens

- Einführung in wesentliche Sprachkonstrukte der Sprache BETA

- Einführung in die Programmerstellung unter Nutzung einer geeigneten

Entwicklungsumgebung für die Sprache BETA

Ausgewählte Literatur:

Doberkat, E.-E. - Dißmann, S.:

Einführung in die Programmierung mit BETA, Addison-Wesley, 1996.

Madsen, O. L. - Møller-Pedersen, B. - Nygaard, K.:

Object-Oriented Programming in the BETA Programming Language, Addison-Wesley, 1993.

Weitere Literatur wird in der Vorlesung angegeben.

Vorlesungen im Grundstudium ______________________________________________________________________

Physikalische und elektrotechnische Grundlagen für Informatiker (Studierende der Informatik)

040018 4 PV Di, 8.15 - 10.00 Uhr HG I / HS 6 Schwiegelshohn Fr, 16.15 - 18.00 Uhr HG II / HS 1

040019 1 PÜ Mi, 12.15 - 13.00 Uhr HG I / HS 4 Stromberg Mi, 13.15 - 14.00 Uhr HG I / HS 4 Fr, 14.15 - 15.00 Uhr HG II / HS 1

Schwerpunkt der Vorlesung ist die Schaltungstechnik. Zunächst werden verschiedene Grundbegriffe wie Strom und Spannung, die zugehörigen Quellen, Ohmsche Widerstände sowie Meßmethoden erläutert. In dem nächsten Abschnitt wird dann auf die beiden Analyseverfahren Knotenpotentialmethode und Maschenstromanalyse näher eingegangen. Daran schließt sich die Behandlung von zeitabhängigen linearen Schaltelementen wie Kapazitäten und Induktivitäten sowie von Wechselströmen und -spannungen an. In nächsten Vorlesungsabschnitt werden dann verschiedene Halbleiterbauelemente (Dioden und Transistoren) eingeführt, gefolgt von ihrer Verschaltung und den dabei auftretenden Problemen.

Einfache Digital- und Analogschaltungen werden danach besprochen. Abschließend wird noch kurz auf integrierte Schaltungen eingegangen.

Vorlesungen im Grundstudium ______________________________________________________________________

Informatik und Gesellschaft

040022 Vorlesung (1.-6. Woche): Do, 8.15-10.00 HG I, HS 6 Th. Herrmann

Große Übung (7.-16. Woche):

Di, 16.15 -18.00 HG I, HS 2

Mi, 16.15 -18.00 HG I, HS 3

040023 Übungsgruppen (n.V.) Riedemann/ Sobottka

Beginn:

Die Vorlesung Informatik und Gesellschaft befaßt sich mit den gesellschaftlichen Anwendungen und Auswirkungen der Informatik sowie umgekehrt mit den Wirkungen, die die gesellschaftlichen Bedingungen auf die Informatik haben. Der letzte Aspekt ist insbesondere unter der Frage zu behandeln, welche Anforderungen an die Informatik zur Behebung sozialer Probleme gestellt werden, die in Verbindung mit Technikeinsatz auftreten.

Lernziel:

Die Vorlesung soll Studierende in die Lage versetzen, bei Diskussionen zur gesellschaftlichen Bedeutung der Informatik detailliert und vertiefend argumentieren zu können. Außerdem sollen sie befähigt werden, die gesellschaftliche Relevanz des im Studium vermittelten Stoffes zu beurteilen und im Beruf Problemkonstellationen sowie Handlungsmöglichkeiten zu identifizieren.

Die bisherige Erfahrung zeigt, daß sich die klassische Kombination von Vorlesungseinheiten und parallel zu bearbeitenden Übungsaufgaben zur Erreichung dieser Ziele wenig eignet. Vielversprechender erscheint es, wenn sich Studierende aktiv mit dem Stoff auseinandersetzen, indem sie selbst Thesen ausarbeiten und diese durch Kurzreferate zur Diskussion stellen. Allerdings sollte die Diskussion auf einer fachlichen Grundlage aufbauen, die anfangs zu vermitteln ist.

Es wird daher im WS96/97 zum dritten Mal ein neues Organisationskonzept für die Veranstaltung Informatik und Gesellschaft erprobt. In den ersten sechs Wochen werden Grundlagen dargestellt, die bei Bedarf anhand eines Skriptes und eines Lehrbuches vertieft werden können. Behandelt werden dabei

- Beschreibungsmöglichkeiten für Anwendungen und Risiken

- wesentliche Aspekte von Datenschutzproblemen

- Veränderung der Organisation, Kommunikation und Qualifikation

- Belastung durch Computerarbeit und Anforderungen an benutzerfreundliche Software-Gestaltung.

Parallel hierzu beginnen die Studierenden Thesen auszuarbeiten, die ab der fünften Woche in kleinen Übungsgruppen (ca. 15 Teilnehmer/innen) und in drei großen Übungsgruppen (ca. 60 Teilnehmer) vorgetragen werden. Die Diskussion in den großen Übungsgruppen wird durch Beiträge des Dozenten angeregt und vertieft. Die Kurzreferate werden von Teams vorbereitet, die aus zwei bis drei Studierenden bestehen. Die Teams werden i.d.R. wählen können, ob sie drei Referate für die kleine Übungsgruppe oder ein Referat für die große Übungsgruppe vorbereiten. Dabei werden sich die Teams jeweils auf ausgewählte Anwendungsgebiete der Informationstechnik spezialisieren. Z.B. auf:

Computereinsatz im Mobilfunk

Informationstechnik im Gesundheitswesen

Computer im Büro

... in der Produktion

... beim Zahlungsverkehr

... in der Ausbildung etc.

Damit die aktive Beteiligung der Studierenden bei der Vertiefung der Themen und der damit verbundenen Diskussion möglichst gleichmäßig auf alle verteilt wird, ist ein erhebliches Maß an Koordination und Organisation notwendig. Den Gewinn für diesen Aufwand sehen wir darin, daß auf die schematische Bearbeitung von Übungsaufgaben verzichtet werden kann - zu Gunsten einer kombinierten Vertiefung von Diskussionsfähigkeit und Fachwissen. Der Erfolg des neuen Konzeptes hängt zu einem großen Teil auch von der Initiative der Studierenden und deren eigenverantwortlichen Beiträgen ab. Zum Teil wird es darum gehen, in dem ausgewählten Anwendungsfeld selbst mit Betroffenen und Beteiligten Kontakt aufzunehmen, um etwas über die Einsatzbedingungen und Folgen der Informationstechnik zu erfahren.

Die organisatorischen Regelungen werden in den Übungen, die in der zweiten Semesterwoche beginnen, erklärt und umgesetzt. Es ist daher unbedingt erforderlich, direkt an der ersten Vorlesung am 17.10. teilzunehmen, da dort sofort die Vermittlung der fachlichen Grundlagen beginnt und die Verteilung von Übungsgruppenplätzen vorgenommen wird. Aufgrund einer erfolgreichen Beteiligung bei den Übungen sowie der Ausarbeitung und Präsentation der Thesenpapiere wird der für das Vordiplom relevante Schein ausgestellt.

Empfohlene Literatur:

J. Friedrich; Th. Herrmann; M. Peschek; A. Rolf (1995) (Hrsg.): Informatik und Gesellschaft. Heidelberg

Vorlesungen im Grundstudium ______________________________________________________________________

Datenstrukturen

040033 4 PV Mo, 14.15 - 16.00 Uhr HG I / HS 6 Wegener Mi, 8.15 - 10.00 Uhr HG I / HS 6

040034 2 PÜ n.V. Rüping/Bertram/ Hofmeister/Richter/ Wegner

Beginn:

Die Grundvorlesung "Datenstrukturen" behandelt grundlegende Datenstrukturen und Entwurfsmethoden für effiziente Algorithmen. Die erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten können in praktisch allen Teilbereichen der Informatik gewinnbringend eingesetzt werden.

Die Vorgehensweise ist problemorientiert, d.h. Methoden und Techniken werden exemplarisch an ausgewählten Problemen (die wichtig und interessant sind) vorgestellt und erläutert. Die Effizienz der Datenstrukturen und Algorithmen wird jeweils analysiert. Das Lernziel besteht nicht nur darin, den jeweils vorgestellten Lehrstoff zu verarbeiten, sondern darüber hinaus sollen die Zuhörerinnen und Zuhörer die Fähigkeit erwerben, die Techniken auf andere Probleme eigenständig anwenden zu können und für Probleme entscheiden zu können, welche Methoden erfolgversprechend sind. Dieses Lernziel ist natürlich ohne eine selbständige Bearbeitung der Übungsaufgaben nicht erreichbar.

Zur Orientierung werden die Inhalte der Vorlesung stichwortartig aufgelistet.

1. Typische Beispielprobleme, Rechnermodelle, Komplexitätsmaße.

2. Grundlegende Datenstrukturen (Arrays, Listen, Mengen, Bäume, Graphen, UNION-FIND).

3. Sortieren (auch auf Parallelrechnern).

4. Dynamische Daten (Hashing, Skip Lists, Suchbäume, 2-3-Bäume, Bayer-Bäume, AVL-Bäume).

5. Entwurfsmethoden für effiziente Algorithmen (Greedy Algorithmen, Dynamische Programmierung, Lokale Suche, Backtracking, Branch-and-Bound, Divide-and- Conquer).

6. Algorithmische Geometrie.

Zu der Vorlesung wird es ein Skript geben. Zur Vorbereitung ist ein Schmökern in den Lehrbüchern über Datenstrukturen und Algorithmen hilfreich.

Programmierkurse _______________________________________________________________________

Programmmierkurs ANSI-C

047099 2 WV Kompaktveranstaltung nach der Mandischer / Keller Vorlesungszeit

047100 2 WÜ n.V. Mandischer / Keller

ANSI-C ist eine imperative Programmiersprache mit assembler-ähnlichen- und Hochsprach-Elementen. Es unterstützt nicht alle software-technologischen Konzepte, ist in der Praxis jedoch oft erste Wahl. Gründe hierfür sind weitreichende Standardisierung, Verfügbarkeit von Compilern, Bibliotheken und Werkzeugen auf vielen Rechnersystemen, die damit gegebene hohe Portabilität sowie die hohe Laufzeit- und Speichereffizienz. Die Sprache erlaubt eine im Vergleich zu anderen Hochsprachen recht maschinennahe - zugleich jedoch weitgehend maschinenunabhängige - Programmierung.

Der Kurs setzt kein C-Wissen voraus.

Programmierkurse _______________________________________________________________________

Objektorierte GUI-Programmierung mit OSF/MOTIF und Beta

047105 1 V Mi, 16.15 - 17.00 Uhr GB V / HS 113 Rupflin

047106 1 Ü n.V: Rupflin

Beginn:

Inhalt und Ziele:

Die Akzeptanz einer Applikation durch den Benutzer hängt entscheidend von der Existenz und der Qualität der graphischen Benutzungsoberfläche (GUI - Graphical User Interface) ab. Ziel des Kurses ist die Vermittlung von Prinzipien, Methoden und Hintergründen der GUI-Programmierung sowie der entsprechenden Programmiertechniken, wobei auch auf wichtige Aspekte der objektorientierten Programmierung eingegangen wird. Konkret soll der Kurs die Teilnehmer befähigen, Applikationen mit graphischen Benutzungsoberflächen entsprechend dem 'state-of-the-art' unter X11 und Unix mit OSF/Motif und BETA zu erstellen.

Deren Programmierung gilt jedoch als hochkomplex und arbeitsintensiv. Dies wird z.B. dadurch illustriert, daß bei vielen Projekten eigens für die GUI-Programmierung Spezialisten eingesetzt werden, und von Aufwänden für die Erstellung der Benutzungsoberfläche von der Hälfte des Gesamtaufwands oder sogar weit mehr berichtet wird.

Nicht nur um diesen Arbeitsaufwand in einem erträglichen Rahmen zu halten, sondern vor allem wegen der klaren Struktur und '- damit verbunden -' besseren Überschaubarkeit werden wir konsequent objektorientierte Techniken einsetzen. Zwar war die objektorientierte Programmierung, die ursprünglich von der Modellierung und Simulation ihren Ausgang nahm (Simula 1965/1967), schon ganz zu Anfang Basis der GUI-Programmierung (Smalltalk 1972/1980). Doch obwohl auch dem Design von Xt und Motif objektorientierte Konzepte zugrunde liegen, wurden diese hierbei nur halbherzig umgesetzt. So ist die Programmierschnittstelle von Xt/Motif nur rein prozedural, und viele Motif-Widgets sind überparametrisiert, anstatt eine logisch konsistente Klassenhierarchie zu bilden. Mit den objektorientierten Xt/Motif-Bibliotheken des BETA-Systems ist es jedoch möglich, die original Motif-Widgets mit den zugehörigen Xt-Funktionen über eine saubere und klare objektorientierte Programmierschnittstelle, die diese Mängel weitgehend ausgleicht, ohne Verlust an Funktionalität in eine Applikation einzubinden. Dabei werden die logische Struktur und selbst Bezeichnernamen so weit wie möglich beibehalten, so daß eine Übertragung von Dokumentation und Programmen von BETA nach C und umgekehrt ohne größere Probleme möglich ist.

Daher werden die Prinzipien und Techniken der GUI-Programmierung mit Xt/Motif schwerpunktmäßig anhand der BETA-Umgebung vorgestellt und in den praktischen Übungen vertieft. Dies gibt zudem Gelegenheit, praktische Erfahrungen mit der Anwendung einer umfangreicheren objektorientierten Programmierschnittstelle zu gewinnen. Trotz aller bekannter Mängel wird wegen ihrer Praxisrelevanz auch die originäre C-Schnittstelle so weit eingeführt, daß die Teilnehmer sowohl C-basierte Literatur verstehen als auch später bei Bedarf das im Kurs gelernte auf die Motif-Programmierung mit C übertragen können.

Organisatorisches:

Dieser Kurs ist eine Wahlpflichtveranstaltung ab dem 3. bzw. 4. Semester für Kern- und Ingenieurinformatiker. Voraussetzung fuür die Teilnahme ist die Beherrschung wenigstens einer Programmiersprache, erlangt z.B. durch die erfolgreiche Teilnahme am SoPra oder am Programmierkurs (Programmierung II), spezifische BETA-Kenntnisse sind nicht erforderlich. Dennoch sollte der Kurs u. a. auch Drittsemestern die Möglichkeit bieten, ihre BETA-Kenntnisse anhand anspruchsvoller praktischer Aufgabenstellungen zu vertiefen.

Die praktischen Übungen werden auf SUN-Workstations unter der grafischen Benutzeroberfläche X11/Motif durchgeführt. Um den Programmierkurs besser auf den Kenntnisstand der Teilnehmer abstimmen zu können, und um für ausreichende Rechner- und Betreuungskapazitäten sorgen zu können, wird um Voranmeldung (schriftlich: GB V. 2. OG, Postkasten IRB, gegenüber Raum 333 '_' WWW: http://www-software.cs.tu-dortmund.de/pkgui/anmeldung.html) gebeten.

Literatur:

OSF/Motif Programmer's Reference. Open Software Foundation. Prentice Hall, 1993, ISBN 0-13-643115-1.

Motif Programming Manual for OSF/Motif Release 1.2. Dan Heller, Paula M. Ferguson. O'Reilly & Associates, 1994, ISBN 1-56592-016-3.

Programmieren mit OSF/Motif. Brede, Jossutis, Lemberg, Lörke. Addison-Wesley, 2. Auflage 1995, ISBN 3-89319-727-3.

Object-Oriented Programming in the BETA Programming Language. Ole Lehrmann Madsen, Birger Moller-Pedersen, Kristen Nygaard. Addison-Wesley, 1993, ISBN 0-201-62430-3.

Manuals:

Manuals werden on-line verfügbar sein und können auch gedruckt werden.

WWW-Info:

Eventuelle Änderungen sowie erweiterte Informationen sind über WWW unter http://www-software.cs.tu-dortmund.de/pkgui/ erhältlich.

Programmierkurse _______________________________________________________________________

UNIX-Systemkurs

1 WV zweiwöchiger Kompaktkurs Eiss / Lind 17. Feburar 1997 bis 28. Feburar 1997

1 Ü n.V. Eiss / Lind

Inhalte und Ziele:

Nach einer Einführung in die Grundkenntnisse von UNIX, sollen weitergehende Fertigkeiten vermittelt werden, die es erlauben, die UNIX-Umgebung den eigenen Bedürfnissen anzupassen. Ergänzend wird aufgezeigt, welche Möglichkeiten zur effizienten Programmentwicklung unter UNIX genutzt werden können. Der Kompaktkurs ermöglicht die Aneignung notwendiger UNIX-Kenntnisse für die Teilnahme am Softwarepraktikum und an einer Projektgruppe.

Inhaltsübersicht:

UNIX-Kommandos

Konfiguration der eigenen Umgebung (SHELL, Module-Package, X-Windows)

UNIX-Werkzeuge (z.B.: awk)

SHELL-Programmierung

Entwicklungswerkzeuge (z.B.: make, RCS, dbx)

Überblick über Anwendungsprogramme

Termin:

Als Blockveranstaltung in der vorlesungsfreien Zeit vom 17.02.97 bis 28.02.97. Bitte beachten Sie auch den Aushang vor Raum 339, GB V.

Anmeldung:

Interessenten tragen sich bitte in die Liste ein, die vom 16.12.96 bis 31.01.97 vor Raum 339, GB V, aushängt.

Literaturempfehlung:

Herold, Helmut: UNIX-Shells, Addison-Wesley, 1992

Dougherty, Dale: sed&awk, O'Reilly, 1990

Praktika _______________________________________________________________________

Softwarepraktikum in Beta (1 PV, 4 PÜ)

040010 Vorlesungsfreie Zeit nach dem WS 96/97 Schmedding/ (genauer Termin wird durch Aushang bekanntgegeben) Biedassek

Das Software-Praktikum ist eine Pflichtveranstaltung für Studierende, die im Haupt- oder Nebenfach Informatik studieren.

Voraussetzung für die Teilnahme ist für Hauptfachstudierende der Kern-Informatik die bestandene Informatik I-Klausur, Nebenfachstudierende müssen vor einer Teilnahme das Vordiplom erworden haben. Studierenden der Ingenieur-Informatik wird dringend empfohlen, vor dem Praktikum die Informatik I-Prüfung abzulegen.

Das Praktikum wird i.a. dreimal im Jahr angeboten und zwar sowohl während der Vorlesungszeit im Sommersemester als auch in der vorlesungsfreien Zeit vor und nach dem Sommersemester in Form einer sechswöchigen Kompaktveranstaltung. Die Anmeldefristen sind jeweils im November für das Praktikum vor dem Sommersemester und im März für die beiden anderen Praktika.

Das Ziel des Software-Praktikums ist es, Grundkenntnisse der systematischen Entwicklung von größeren Software-Produkten zu vermitteln und diese Kenntnisse in einer Gruppe von 8 Studierenden unter Anleitung eines Tutors praktisch anzuwenden. In den Übungen werden Projekthandbücher erstellt, die eine Zusammenfassung aller in einem Software-Projekt erarbeiteten Dokumente darstellen.

Die Entwicklung der Software erfolgt gemäß eines speziellen Phasenmodells. In den Vorlesungen werden Software-Entwicklungsmethoden eingeführt, die in den verschiedenen Phasen eingesetzt werden. Zur Unterstützung dieser Methoden steht die Software-Entwicklungsumgebung Ophelia zur Verfügung, in der die in den verschiedenen Entwicklungsphasen eingesetzten Werkzeuge integriert sind.

Bei der Entwicklung der Software wird das objekt-orientierte Entwicklungsprinzip verfolgt. In der Analyse- und Designphase wird eine objekt-orientierte Methode eingesetzt, die von entsprechenden Werkzeugen unterstützt wird. Die Implementierung erfolgt in der Programmiersprache Beta. Abschließend wird die realisierte Problemlösung getestet.

Da Ziel der Veranstaltung die Vermittlung von Software-Entwicklungsmethoden ist, werden für die Teilnahme neben den oben aufgeführten formalen Bedingungen gute Kenntnisse in der jeweils eingesetzten Programmiersprache vorausgesetzt.

Aktuelle Informationen (Anmeldefristen, Teilnehmerlisten, ect.) werden immer am schwarzen Brett neben Raum 307c in GB IV ausgehängt.

Literaturauswahl:

Kim Walden, Jean-Marc Nerson: Seamless Object-oriented Software-Architecture, Prentice Hall, 1995, ISBN 0-13-031303-3

Ole Lehmann Madsen, Birger Moller-Petersen, Kristen Nygaard: Object-Oriented Programming in the BETA Programming Language, Addison-Wesley, 1993, ISBN 0-201-62430-3

Praktika _______________________________________________________________________

Hardwarepraktikum (4 P)

(Wahlpflichtveranstaltung ab 4. Semester)

048075 4 P n.V. OH 16, UG Sjamken

Hardwarepraktikum für Ingenieur-Informatiker (3 P) (Pflichtveranstaltung 4. Semester)

048076 3 P n.V. OH 16, UG Sjamken

Die Termine der HAPRA-Laborsitzungen werden in einer Vorbesprechung mit Rücksicht auf die Wünsche der Studierenden vereinbart. Der Termin der Vorbesprechung wird in Aushängen bekanntgegeben.

Hardwarepraktikum und Digitalelektronisches Praktikum sind Pflicht- bzw Wahlpflichtveranstaltungen für Studierende des Studienganges Kerninformatik im zweiten Semester und für Studierende des Studienganges Angewandte Informatik (Ingenieur-Informatik) im vierten Semester. Laut Beschlußlage der Kommission für Lehre und Studium sind die Regelungen der Teilnahmebedingungen für diese Veranstaltung z.Z. noch etwas verwickelt:

Teilnahmebedingungen

Studiengang "Angewandte Informatik mit Studienschwerpunkt E-Technik":

Für Studierende dieses Studienganges ist das Hardwarepraktikum (HAPRA) obligatorisch.

Zulassungsvoraussetzung:

entweder nach neuer Regelung bei Studienbeginn ab WS 90/91 bestandene Klausur der Veranstaltung "Grundlagen der Elektrotechnik I und II für Informatiker und Naturwissenschaftler" oder nach alter Regelung bei Studienbeginn vor WS 90/91: bestandene Hardwarekurs-Klausur.

Studiengang "Angewandte Informatik mit Studienschwerpunkt Maschinenbau":

Für Studierende dieses Studienganges ist das Hardwarepraktikum (HAPRA) obligatorisch.

Zulassungsvoraussetzung:

entweder nach neuer Regelung bei Studienbeginn ab WS 90/91 bestandene Klausur der Veranstaltungen "Physikalische und elektrotechnische Grundlagen für Informatiker" und "Elektronik für Informatiker" oder nach alter Regelung bei Studienbeginn vor WS 90/91: bestandene Hardwarekurs-Klausur.

Praktika _______________________________________________________________________

Studiengang "Kerninformatik mit Nebenfach E-Technik"

Für Studierende dieses Studienganges ist das Digitalelektronische Praktikum (EPRA) obligatorisch).

Zulassungsvoraussetzung:

Klausur der Veranstaltung "Grundlagen der Elektronik I und II für Informatiker und Naturwissenschaftler".

Studiengang "Kerninformatik mit anderem Nebenfach"

Studierende dieses Studienganges können wahlweise entweder am Hardwarepraktikum (HAPRA) oder Digitalelektronischen Praktikum (EPRA) teilnehmen.

Zulassungsvoraussetzung:

entweder nach neuer Regelung bei Studienbeginn ab WS 90/91: bestandene Klausur der Veranstaltungen "Physikalische und elektrotechnische Grundlagen für Informatiker" und "Elektronik für Informatiker" oder nach alter Regelung bei Studienbeginn vor WS 90/91: bestandene Klausur der Veranstaltung "Grundlagen der Elektronik I und II für Informatiker und Naturwissenschaftler".

Anmeldung

Wegen der begrenzten Anzahl der Laborarbeitsplätze erfolgt die Anmeldung zum Hardwarepraktikum (HAPRA) und zum Digitalelektronischen Praktikum (EPRA) schriftlich. Anmeldeformulare finden Sie in jedem Semester jeweils in der letzten Woche der Vorlesungsperiode und in den Semesterferien beim Briefkasten "HAPRA/Sjamken" im Geschoßbau 5, 2. Stock. Die Anmeldefrist endet jeweils ein oder zwei Tage nach Beginn der Vorlesungsperiode. Achten Sie auf die Aushänge!

Experimente im HAPRA

Rechner bestehen aus vielen hunderttausend elektronischen Bauelementen. Um deren Zusammenwirken im Rechnersystem noch übersehen zu können, gliedert man es in eine Hierarchie von Subsystemen:

Der Rechner insgesamt als System, das Programme und Daten aufnimmt, Daten ausgibt, bildet die oberste Ebene dieser Hierarchie. Auf der nächsten Hierarchieebene untergliedert man den Rechner in mehrere Hauptblöcke wie Rechenwerk, Steuerwerk, Hauptspeicher, Ein- und Ausgabewerke, Periphere Speicher.

Jeden dieser Blöcke betrachtet man auf der Registertransferebene als Netzwerk aus Registern, arithmetisch-logischen Einheiten, Multiplexern, Demultiplexern Speichermatrizen usw. Die von diesen Einheiten aufgenommenen bzw. ausgegebenen Objekte sind Binärworte (Befehle, Daten).

Praktika _______________________________________________________________________

Auf der nächsten Hierarchieebene, der Schaltwerkebene, setzt man die Register, arithmetisch-logischen Einheiten usw. aus logischen Gattern wie UND- ODER und NICHT-Gliedern und aus Flip-Flops zusammen. Ein- und Ausgabeobjekte von Gattern und Flip-Flops sind die Binärwerte 0 und 1.

Auf der Ebene der elektrischen Schaltungen sieht man logische Gatter und Flip-Flops als Netzwerke aus Stromkreisen, in denen sich elektronische Bauelemente wie Widerstände, Kondensatoren, Dioden, Transistoren, Strom- und Spannungsquellen usw. befinden, d.h. Bauelemente, deren Ein- und Ausgabewerte elektrische Ströme und Spannungen sind.

Die ersten vier Ebenen, Rechnerebene, Hauptblockebene, Registertransferebene und Schaltwerkebene werden in den Veranstaltungen zum Thema Rechnerstrukturen behandelt. Die Schaltwerkebene und die Ebene der elektrischen Schaltungen sind Gegenstand der Elektrotechnik-Vorlesungen für Informatiker.

Messungen und Beobachtungen im Hardwarepraktikum werden in der Hauptblockebene, der Registertransferebene, der Schaltwerkebene und der Ebene der elektrischen Schaltungen interpretiert.

Die HAPRA-Laborveranstaltungen dauern für Kern-Informatiker 4 Stunden und für Angewandte Informatiker 3 Stunden pro Woche. Sie arbeiten mit dem Versuchspartner Ihrer Wahl an Experimenten zu folgenden Themen:

* Frequenz- und Zeitmessungen an periodischen Signalen verschiedener Formen mit dem Oszilloskop im Einkanal- und Zweikanalbetrieb.

* Erzeugung von Signalen mit dem Funktionsgenerator (Betriebsparameter des Funktionsgenerators)

* Einsatz der verschiedenen Triggermöglichkeiten und der Verzögerungsleitung des Oszilloskopes

* Lissajou-Figuren (x-y-Betrieb des Oszilloskopes)

* Statische und dynamische Messungen am TTL-Schaltkreis (Ströme, Spannungen, Transferkennlinie)

* Untersuchung von Flip-Flop-Typen (NAND-Basis-Flip-Flop, Taktsteuerungen, Beseitigung des irregulären Zustandes beim Basis-Flip-Flop, JK-Flip-Flop, D-Flip-Flop, T-Flip-Flop, Master-Slave-Flip-Flop, Beseitigung von Prelleffekten mit einem Flip-Flop)

* Erzeugung kurzer Pulse durch Laufzeitspeicherung

* Impulsteilerschaltungen

* Entwurf, Aufbau und Test synchroner und asynchroner Zähler. (Dabei wird ein allgemeines Entwurfsverfahren für Schaltwerke angewandt.)

* Entwurf, Aufbau und Test von Schieberegister-Automaten

* Messung und Beseitigung von Hazards

* Aufbau und Test einer mikroprogrammierbaren Schaltung

* Experimente mit einem (mikroprogrammierbaren) Bit-Slice-Microprozessor

Literatur

- John P. Hayes: Digital System Design and Microprocessors. McGraw-Hill, 1988

- Siegbert Henschke: Grundzüge der Digitalelektronik. Teubner, 1988

- Paul Horrowitz, Winfield Hill: The Art of Elektronics. Cambridge University Press, 1990

- Klaus Lagemann: Rechnerstrukturen. Verhaltensbeschreibung und Entwurfsebenen. Springer, 1987

- Volker Schmidt: Digitalelektronisches Praktikum, Teubner, 1987.

Vorlesungen im Hauptstudium _______________________________________________________________________

Logische Systeme der Informatik

041003 4 WV Mo, 16.00 - 18.00 Uhr HG I / HS 2 Reusch Fr, 8.15 - 10.00 Uhr HG I / HS 2

041004 2 WÜ n.V. Jäger/Lehmke

Beginn: 18. Oktober 1996

Inhalt:

Die Stammvorlesung Logische Systeme der Informatik" gibt als erstes eine Einführung in die Prädikatenlogik (der ersten Stufe), deren Anwendungen und Erweiterungen in vielen Teilbereichen der Informatik in den zurückliegenden Jahren immer wichtiger und umfangreicher geworden sind.

Von Anwendungen und Erweiterungen wird die folgende Auswahl behandelt:

- Logisch-algorithmische Grundlagen der logischen Programmierung:

Der Satz von Herbrand und seine Anwendungen, der Resolutionskalk, I von Robinson, Unifikation, Logisches Programmieren

- Logische Systeme der Künstlichen Intelligenz und Nicht-monotones Schließen:

Die Closed World Assumption und ihre Anwendung auf deduktive Daten- und Wissensbanken, Circumscription, Default Reasoning

- Modale und Dynamische Logik:

Aufbau modaler und dynamischer logischer Systeme, Logische Grundlagen und Methoden der Programmverifikation, Korrektheit dynamischer Datenbanken, Modale Logische Programmierung.

Vorlesungen im Hauptstudium _______________________________________________________________________

Theorie der Programmierung

041009 4 WV Mo, 14.15 - 16.00 Uhr GB V / HS 113 Padawitz Fr, 14.15 - 16.00 Uhr GB V / HS 113

041010 2 WÜ n.V. Huwig

Beginn: 14. Oktober 1996

Inhalt:

Funktionale, logische und zustandsorientierte Programme

Konkrete und abstrakte Syntax von Programmiersprachen

Termersetzung

Lambda-Kalkül, Kombinatoren, SECD-Maschine

Sorten, Typen und Typinferenz

Prädikaten-, Modal-, dynamische und temporale Logik

Initiale und finale Semantik

Auswertungs-, Lösungs- und Beweisregeln

Rekursion und Induktion

Teilnehmer:

Informatikstudenten ab 6. Semester

Voraussetzung:

Vordiplom. Minimalkenntnisse einer funktionalen Sprache sowie der Sprache der Prädikatenlogik sollten vorhanden sein.

Literatur:

Das Skript vom WS 95/96 wird überarbeitet und zu Beginn der Veranstaltung ausgegeben. Das Schwergewicht wird mehr auf logische Regelsysteme zur Spezifikation und Verifikation von Programmen gelegt als auf die in Semantik-Vorlesungen und -Büchern übliche Behandlung diverser modelltheoretischer Ansätze.

Zur Einstimmung in dieser Richtung dient z.B. das in der Lehrbuchsammlung erhältliche Buch von H.-J. Kreowski: Logische Grundlagen der Informatik, Oldenbourg 1991.

Vorlesungen im Hauptstudium _______________________________________________________________________

Komplexitätstheorie

041011 4 WV Di, 10.15 - 12.00 Uhr GB V / HS 113 Simon Do, 10.15 - 12.00 Uhr HG I / HS 2

041012 2 WÜ n.V. Sieling/Löbbing

Beginn:

Im Zentrum der Vorlesung steht die Frage, welche Berechnungsprobleme mit einem vertretbaren Aufwand an Platz (= Speicherplatz) und Zeit (= Rechenzeit) lösbar sind. Das formale Maschinenmodell, an dem diese Frage diskutiert wird, ist die Turing-Maschine. Nach der Behandlung einiger Grundlagen beschäftigen wir uns mit den folgenden Problemen:

Determinismus versus Nichtdeterminismus:

Lassen sich nichtdeterministische Maschinen auf effiziente Weise deterministisch simulieren. In Bezug auf Platz findet diese Frage eine positive Antwort. In Bezug auf Zeit führt sie auf das berühmte P,NP-Problem.

NP-Vollständigkeit:

Wir entwickeln die Theorie der NP-vollständigen Probleme.

Komplexitätsklassen:

Wir diskutieren neben P und NP noch weitere Problemklassen, die zwischen LOGSPACE (logarithmischer Verbrauch an Speicherplatz) und PSPACE (polynomieller Verbrauch an Speicherplatz) angesiedelt sind.

Probabilismus:

Wir diskutieren die Berechnungskraft von Turing-Maschinen, die ihre Entscheidungen von Münzwürfen abhängig machen können.

Parallelismus:

Wir geben einen Ausblick auf eine Komplexitätstheorie für Parallelrechner.

Literaturvorschläge:

Die Hauptquellen sind das Buch von Rüdiger Reischuk

Einführung in die Komplexitätstheorie, Teubner Verlag

und das Vorlesungsskript von Ingo Wegener. Weitere Literaturhinweise erfolgen in der Vorlesung.

Vorlesungen im Hauptstudium _______________________________________________________________________

Betriebssysteme

041051 4 WV Mo, 16.100 - 18.00 Uhr EF 50 / HS 3 Wedde Do, 14.00 - 16.00 Uhr EF 50 / HS 3

041052 2 WÜ n.V. Eiss/Lind

Beginn: Montag, 21. Oktober 1996

Inhalt:

Die Vorlesung ist gleichzeitig Einführung und Vertiefung in einen zentralen Teil der Informatikgrundlagen (im amerikanischen Sprachgebrauch Core Computer Science). Betriebssysteme nehmen einen vermittelnden Platz ein zwischen Hardware/ Rechnerarchitektur und Anwendersystemen: Ein Anwendungsprogrammierer identifiziert weitgehend Betriebssysteme mit dem Computer (Systemaufrufe), während alle Hardware-gebundenen Prozesse ihm transparent sind. Konzeptionell konstituieren Betriebssysteme eine Service-Ebene, die unverzichtbarer Teil des Verständnisses des Computers sind.

Inhaltlich wird nach Behandlung der klassischen Grundlagen (u.a. Scheduling, Filesysteme, Speicherverwaltung, Prozeßkoordination) auch an moderne Forschung in verteilten und Parallelen Betriebssystemen herangeführt. Dies dient auch der Einführung in Diplomarbeitsthemen.

Übungen:

Die Übungen sollen stark ins Praktische gehende Vertiefungen der Vorlesungsarbeit sein. Außer typischen Hausaufgaben wird daher auch ein semesterlanges Programmierprojekt durchgeführt. Geplant ist der Einsatz des Betriebssystemsimulators OSP.

Literatur:

Die Basis für die Vorlesung ist das Lehrbuch "Operating System Concepts" von A. Silberschatz, J. Peterson, P. Galvin; Fourth Edition; Addison Wesley 1994.

Zusätzlich wird auch weiteres Arbeitsmaterial, meist Zeitschriftenpapiere, ausgegeben.

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Graphische Systeme

041053 4 WV Di, 12.15 - 14.00 Uhr EF 50 / HS 3 Müller Do, 10.15 - 12.00 Uhr EF 50 / HS 3

041054 2 WÜ n.V. Stark / Rieger

Beginn:

Graphische System dienen zur Konvertierung von Daten in und aus graphischer Darstellung. Sie finden Anwendung im CAD, in der Geodatenverarbeitung, in der Datenanalyse, in der Überwachung und Steuerung, in der angewandten Mathematik, bildgebenden Systemen, der Sichtsimulation, der Trickfilmerstellung und der virtuellen Realitäten.

Diese Vorlesung gibt eine Einführung in die Funktionsweise graphischer Systeme. Sie gliedert sich in die Teile Graphikhardware, Graphikalgorithmen und Graphikbasissoftware.

Der Teil "Graphikhardware'' stellt ein weites Spektrum graphischer Ein- und Ausgabegeräte und ihre Funktionsweise vor.

Der Teil "Graphikalgorithmen'' beschäftigt sich mit Verfahren zur graphischen Wiedergabe. Diese reichen von einfacher Liniengraphik bis hin zur fotorealistischen Darstellung. Schwerpunkte des Abschnitts "Graphikbasissoftware'' sind PHIGS und PHIGS+.

Es werden Übungen angeboten, zu denen in der Vorlesung mehr gesagt wird.

Spezielle Kenntnisse, die über die im Informatik-Vordiplom erworbenen hinausgehen, werden nicht benötigt.

Es ist geplant, in den nachfolgenden Semestern vertiefende Veranstaltungen zu diesem Themenbereich anzubieten.

Die Vorlesung folgt keinem speziellen Lehrbuch. Es ist geplant, ein Folienskript herauszugeben. Als ergänzende Literatur wird empfohlen:

- W.D. Fellner, Computergraphik, 2. Aufl., B.I.-Wissenschaftsverlag (einführendes deutschsprachiges Lehrbuch)

- J.D. Foley, A. van Dam, S.K, Feiner, J.F. Hughes, Computer Graphics -- Principles and Practice, 2nd ed., Addison-Wesley Publishing Comp., 1990 (internationales Standardwerk)

- A.S. Glassner, ed., Graphics Gems, Academic Press, Boston 1990

- J. Arvo, ed., Graphics Gems II, Academic Press, Boston, 1991

- D. Kirk, ed., Graphics Gems III, Academic Press, Boston, 1992 (Verfahren und ihre Implementierung)

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Informationssysteme

041055 4 WV Mi, 8.15 - 10.00 Uhr HG I / HS 2 Biskup Do, 16.15 - 18.00 Uhr HG I / HS 3

041056 2 WÜ n.V. Mencl/Polle/ Schunter

Beginn: 16. Oktober 1996

Inhalt:

Die Stammvorlesung mit Übung Informationssysteme behandelt die Architektur und den Einsatz von Informationssystemen, wobei logik- und objektorientierte Datenbanksysteme im Vordergrund stehen. Bezüglich der Architektur wird insbesondere dargestellt, wie mächtige, deklarative Anfrage- und Änderungssprachen schrittweise auf rechnernahe, prozedurale Ausführungspläne zurückgeführt werden können. Bezüglich des Einsatzes wird insbesondere die Modellierung und Formalisierung von Anwendungen sowie der praktische Umgang mit einem relationalen und einem objektorientierten Datenbanksystem (ORACLE und ONTOS oder O2) geübt.

Folgende Gliederung ist beabsichtigt:

Architektur, Modellierung, Logik, Logodat-Schemas und -Anfragen, relationale Schemas und Anfragen, relationale Algebra und relationaler Kalkül, SQL, Zugriffsstrukturen und Verbund-Algorithmen, Optimierung von Anfragen, objektorientierte Modelle, Transaktionen, Serialisierbarkeit, Scheduler, Schemaentwurf, Information, Kommunikation, Wirklichkeit und Modell.

Hörer:

Die Veranstaltung setzt die im Grundstudium erworbenen Kenntnisse der Informatik und der Mathematik voraus. Für die praktischen Übungen ist Vertrautheit mit C/C++ - UNIX - SUN- Rechensystemen sehr hilfreich.

Literatur:

Die Vorlesung lehnt sich eng an das Lehrbuch "J. Biskup, Grundlagen von Informationssystemen, Vieweg, 1995" an. An die Teilnehmer der Veranstaltung werden Hörerscheine abgegeben, die den Kauf des Buches zu einem ermäßigten Preis ermöglichen. Die Hörerscheine sind im Sekretariat des Lehrstuhls 6 erhältlich.

Aus der Vielzahl anderer Bücher zum Thema sollen hier nun folgende Titel genannt werden:

- R. Elmasri, S.B. Navathe: Fundamentals of Database Systems (2nd Edition),

Benjamin/Cummings, Redwood City etc., 1994.

- P.C. Lockemann, G. Krüger, H. Krumm: Telekommunikation und Datenhaltung, Hanser, München-Wien, 1993.

- J.D. Ullmann, Principles of Database and Knowledge-Base Systems, Volume I and II, Computer Science Press, Rockville, 1988/1989.

- G. Vossen, Datenmodelle, Datenbanksprachen und Datenbank-Management-Systeme, Addison-Wesley, Bonn etc., 2 aktualisierte und veränderte Auflage 1994.

- C.A. Zehnder, Informationssysteme und Datenbanken (5. Auflage), Teubner, Stuttgart 1989.

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Rechnernetze und verteilte Systeme

041061 4 WV Di, 14.15 - 15.45 Uhr GB V / HS 113 Beilner Do, 12.15 - 13.45 Uhr HG I / HS 2

041062 2 WÜ n.V. Almsick / Lübeck

(Übungsgruppeneinteilung zu Ende des ersten Vorlesungstermins)

Beginn: 15. Oktober 1996

Die überwiegende Mehrheit der heutigen Rechner ist vernetzt, d.h. durch Kopplung an ein Datennetz/Telekommunikationssystem mit der Fähigkeit zur Kommunikation mit ortsfernen Rechnern ausgestattet. Auch werden nahezu alle modernen Telekommunikationssysteme mittels Rechnernetzen realisiert. Für praktisch orientierte Informatiker ergeben sich dadurch drei größere Aufgabenfelder: Rechnernetz-Systemkomponenten, Telekommunikationssysteme, Rechnernetz-Anwendungen.

Die Vorlesung RvS soll dazu wesentliche Grundkenntnisse vermitteln:

- Telekommunikationssysteme:

Logische Architektur nach ISO/OSI-Modell, Dienste und Protokolle, Rechnernetze als Telekommunikationssysteme, Basisdienste, Protokollbeschreibung, Protokollverifikation, Protokollbewertung, Protokollimplementierung

- Rechnernetze:

Dienste und Anwendungen in Rechnernetzen, Entwurfsparadigmen und Unterstützungssysteme für Netz-Anwendungen, Verteilte Algorithmen.

Die Vorlesung folgt i.w. dem Skript von H.Krumm (s.u.).

Literatur:

Krumm, H.; Skriptum Rechnernetze und verteilte Systeme (das Skript ist über den "lprdoc"-Dienst der IRB zugreifbar; s. entsprechende IRB-Information) ergänzend:

Bocker,P.; ISDN, Springer (1987)

Henshall, J., Shaw, S.; OSI Explained, Wiley (1989)

Jennings,F.; Practical Data Communications, Blackwell (1986)

Kerner,H.; Rechnernetze nach ISO/OSI, Kerner (1989)

Lockemann, Krüger, Krumm; Telekommunikation und Datenhaltung, Hanser (1993)

Mattern, F.; Verteilte Basisalgorithmen; Springer IFB 226 (1989)

Schwartz,M.; Telecommunication Networks, Addison Wesley (1987)

Sloman, M., Kramer, J.; Verteilte Systeme und Rechnernetze, Hanser (1988)

Stallings, W.; Data and Computer Communications, Macmillan (1988)

Stallings,W.; Local Networks - An Introduction, Macmillan (1987)

Tanenbaum, A.; Computer Networks, Prentice Hall (1989)

Walke, B.; Datenkommunikation I, Teile 1 und 2, Hüthig (1987)

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Operations Research

041079 4 WV Mi, 12.15 - 14.00 Uhr HG I / HS 1 Lefmann Do, 14.15 - 16.00 Uhr HG I / HS 5

041080 2 WÜ n.V. Klasner/Lefmann

Beginn:

Diese Vorlesung gehört zum zweiten Studienabschnitt. Es ist eine Stammvorlesung für Studierende der Ingenieurinformatik und eine Spezialvorlesung im Studiengang Informatik.

Optimierungsprobleme treten fast überall auf, sei es, daß man Flugpläne optimieren, oder den Bau eines neuen Flughafen plant oder Entscheidungshilfen benötigt. Zur Lösung derartiger Probleme verwendet man Verfahren des Operations Research.

Diese basieren auf Methoden der Informatik, Wirtschaftswissenschaft und Angewandten Mathematik.

In dieser Vorlesung sollen verschiedene Methoden aus diesem Gebiet sowie deren theoretische Grundlagen vorgestellt werden.

Hierzu gehört insbesondere die Lineare Optimierung. Vorgestellt wird hier der für die Praxis relevante Simplexalgorithmus sowie weitere neuere Verfahren.

Desweiteren wird die Ganzzahlige Optimierung behandelt. Weitere Themengebiete sind Dynamische Optimierung sowie die für Verhandlungen wichtige Spieltheorie.

Die Vorlesung orientiert sich im wesentlichen am Skript von Prof. Dr. Ingo Wegener. Weitere Literatur wird in einem Semesterapparat bereitgestellt werden.

Als Voraussetzung sind Kenntnisse im Rahmen eines Vordiploms erwünscht.

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Systemanalyse

040075 4 PV Mo, 10.15 - 12.00 Uhr HG I / HS 2 Schwefel Do, 14,15 - 16.00 Uhr HG I / HS 2

040076 2 PÜ n.V. Kursawe

Beginn:

Betreuung der Übungen durch F. Kursawe, Termine werden noch bekanntgegeben

Die Vorlesung ist sowohl Wahlpflicht--Veranstaltung für Ingenieur--Informatiker-/innen als auch Spezial-Veranstaltung für Kern--Informatiker-/innen.

Voraussetzungen:

Vordiplom sollte abgeschlossen sein

Der Begriff System stammt aus dem Griechischen und bedeutet das Zusammengestellte, und entsprechend weit wird wird auch der Rahmen der Vorlesung gesteckt.

Nach einer detaillierten Einführung in die Vielfalt des Begriffes System wird sich die Vorlesung um die drei zentralen Aspekte Modellierung (incl. Datenanalyse), Simulation und Optimierung drehen, genauer:

Über das Verstehen der Zusammenhänge zur (qualitativen) Abschätzung von Folgen und, sofern möglich, das Bemühen, zu optimalen Entscheidungen zu gelangen. Den nichtlinear--dynamischen Modellen wird wegen ihrer revolutionären Auswirkungen auf das deterministisch-mechanische Weltbild ein eigenes Kapitel gewidmet. Relativ kurz wird wegen der fehlenden Rechnerunterstützung das Simulationskapitel abgehandelt werden, auch um bei der Optimierung mit ihrer Fülle von Verfahren in die Tiefe gehen zu können.

Ein Skript ist in Vorbereitung und wahrscheinlich zum Ende des WS 96/97 verfügbar.

Vorlesungen im Hauptstudium _______________________________________________________________________

Rechnergestützter Entwurf / Fertigung (Mikroelektronik)

042525 2 V Di, 10.00 - 12.00 Uhr HG I / HS 2 Marwedel Fr, 14.00 - 16.00 Uhr HG I / HS 2

2 Ü n.V. Beckmann/Harking

Beginn: 18. Oktober 1996

Die Vorlesung "Rechnergestützter Entwurf/Fertigung" ist in der DPO Angewandte als Veranstaltung im "Katalog B" des Hauptstudiums aufgeführt. Studenten des Studiengangs "Informatik" können die Vorlesung als Spezialvorlesung einer Diplomprüfung zugrunde legen.

Im Wintersemester 96/97 wird die Vorlesung erstmalig angeboten, und zwar in einer Spezialisierung auf die Mikroelektronik.

In der Vorlesung soll der Stoff v.a. in anwendungsorientierter Sicht behandelt werden. Hieraus ergeben sich einige Unterschiede gegenüber der Vorgängervorlesung "Synthese und Simulation von VLSI-Systemen", die schwerpunktmäßig CAD-Algorithmen zum Inhalt hatte. Aufgrund der neuen Sichtweise wird nunmehr der Bereich der Simulation und des Einsatzes kommerzieller Werkzeuge intensiver behandelt werden. Auch sollen die Übungen sich verstärkt mit praktischen Entwurfsaufgaben beschäftigen. Ferner ist geplant, die Vorlesung durch Vorträge aus der einschlägigen Industrie zu ergänzen.

CAD-Algorithmen sollen in der Vorlesung weiterhin zur Vermittlung des notwendigen Hintergrund-Wissens vermittelt werden, und zwar überwiegend anhand des Buches

P. Marwedel: Synthese und Simulation von VLSI-Systemen, Hanser, 1993

Daneben wird es zusätzliche Quellen geben, die jeweils bekanntgegeben werden. Prüfungen können übergangsweise auch unter ausschließlicher Verwendung der Themen des Buches vorbereitet werden.

Vorlesungen im Hauptstudium _______________________________________________________________________

Geometrisches Modellieren

042397 3 V Di, 8.15 - 10.00 Uhr HG I / HS 2 Müller Mi, 10.15 - 11.00 Uhr GB V / HS 113

042398 1 Ü Mi, 11.00 - 12.00 Uhr GB V / HS 113 Müller 1 Ü n.V. N.N.

Beginn:

Das geometrische Modellieren (engl. Computer Aided Geometric Design = CAGD) beschäftigt sich mit der Generierung von Beschreibungen geometrischer Formen wie Kurven, Flächen oder Körper.

Kurven und Flächen finden vielfältige Anwendungen im Maschinenbau (Automobile, Flugzeuge, Schiffe), in der Robotik, Text- und Bildverarbeitung, in der Medizin und der bildenden Kunst.

Gegenstand dieser Vorlesung sind zunächst die grundlegenden Modellierungstechniken wie die Interpolation mit Polynomen und Splines, Coons-Flächen, B'ezier-Technik, B-Spline-Technik, Unterteilungsverfahren, fraktale Kurven und Flächen. Ferner wird in die Kurven- und Flächenanalyse eingeführt, wobei neben den Methoden der Differentialgeometrie die Möglichkeiten der Visualisierung durch Algorithmen und Geräte der graphischen Datenverarbeitung vorgestellt werden. Schließlich ist der Einsatz der Modellierungstechniken in heutigen CAD-Systemen ein Thema dieser Vorlesung, wo zum einen effiziente Algorithmen für Operationen zwischen Kurven und Flächen angegeben werden, zum anderen auf effiziente Interaktionstechniken, Datenverwaltung und Datenaustauschformate (VDAFS, IGES) eingegangen wird.

Spezielle Voraussetzungen werden nicht benötigt. Allerdings sollte eine gewisse Zuneigung zur Mathematik bestehen.

Die Vorlesung wird durch Übungen ergänzt, zu denen in der Vorlesung mehr gesagt wird.

Es gibt verschiedene, meist englischsprachige Lehrbücher zum Thema dieser Vorlesung. An deutschen Büchern wird empfohlen:

- S. Abramowski, H. Müller, Geometrisches Modellieren, BI-Wissenschaftsverlag, 1992

- J. Hoschek, D. Lasser, Grundlagen der geometrischen Datenverarbeitung, B.G., Teubner, Stuttgart, 1989, 2. Aufl.

Zum erstgenannten Buch, an dem sich die Vorlesung weitgehend orientiert, sind Hörerscheine erhältlich.

Vorlesungen im Hauptstudium _______________________________________________________________________

Einführung in die Fuzzy-Logik

042385 3 V Mi, 12.15 - 14.00 Uhr Bib / HS E5 Thiele / Temme Fr, 12.15 - 14.00 Uhr GB V / HS 113

042386 2 Ü n.V. Thiele

Beginn:

Die angekündigte Vorlesung hat das Ziel, eine Synthese von theoretisch-mathematischen Grundlagenkenntnissen und anwendungsorientierten Resultaten aus dem Gebiet der Fuzzy-Logik zu vermitteln.

Im einzelnen sollen folgende Themenkomplexe angesprochen werden, wobei diese Aufzählung noch keine strenge Gliederung der Vorlesung bedeutet:

1. Zweiwertige und mehrwertige Logik. Scharfe und unscharfe Mengen. (Motivationen, Historisches).

2. Die Standard"-Operationen mit Fuzzy-Mengen: Komplement, Durchschnitt, Vereinigung (auf der Grundlage der Funktionen 1 - x, min(x, y), max(x, y)).

3. Die Theorie der T- und S-Normen. Aufbau von Nicht-Standard"-Mengenalgebren auf der Grundlage von T- und S-Normen. Gemischte Normen. Aggregationsfunktionen.

4. Der Implikationsbegriff in der Fuzzy-Logik und seine Verwendung zur Formalisierung von Formen approximativen Schließens.

5. Die Teilmengenbeziehung für Fuzzy-Mengen. Fuzzy-Wahrheitswerte.

6. Der Begriff der Fuzzy-Relation. Operationen mit Fuzzy-Relationen.

7. Theorie und Anwendungen von Fuzzy-Funktionen.

8. Linguistische Variablen.

9. Grundlagen und Formen von Fuzzy-Inferenz. IF-THEN-Regelbasen, die Prinzipien FATI und FITA. Anwendungen auf Fuzzy-Control, Fuzzy-Expertensysteme und andere praktische Probleme.

10. Ausbau der Fuzzy-Logik: Modifikatoren, Fuzzy-Quantoren (z.B. fast-alle", die meisten", "viele"), Qualifikatoren.

11. Neuronale Netze und Fuzzy-Systeme.

Die obige Themenliste ist als Maximalprogramm aufzufassen, das je nach den Wünschen und der Vorbildung der Hörer modifiziert bzw. aus dem ausgewählt werden kann.

Im Hinblick auf die mündliche Diplomprüfung Informatik III (Vertiefungsgebiet) ist diese Vorlesung gut kombinierbar (zu einem 6-stündigen Block", wie in der DPO festgelegt) mit einer der folgenden Vorlesungen:

o H. Wagner: Einführung in die Temporallogik (SS 1993) o N. Vojdani / K.-H. Temme: Praxisorientierte Fuzzy-Logik (WS 1993/94) o C. Moraga: Technologie intelligenter Systeme (WS 1994/95)

Vorlesungen im Hauptstudium _______________________________________________________________________

Anwendung formaler Modelle in verteilten Systemen

042526 3 V Mo, 10.00 - 12.00 Uhr GB V / SR 420 Wedde Do, 10.00 - 11.00 Uhr GB V / SR 420

042531 1 Ü Do, 11.00 - 12.00 Uhr GB V / SR 420 Wedde (endgültig nach Absprache zu Semesterbeginn)

Beginn: Montag, 21. Oktober 1996

Inhalt:

Die Vorlesung setzt auf laufenden Forschungsarbeiten am Lehrstuhl 3 auf. Die formalen Grundlagen aus dem Grundstudium sind Voraussetzung. Jede weitere Kenntnis formaler Modelle ist empfehlenswert, jedoch kann die Vorlesung auch ohne solche Vorbereitung gehört werden. Sie dient für das Gebiet verteilter Systeme und Betriebssysteme zur Fortsetzung und Vertiefung, gleichzeitig zur Einarbeitung in bzw. Vorbereitung von Forschungsarbeiten, ist also für Hauptdiplomstudenten gedacht. Sie ist eine ergänzende Vertiefung für eine Reihe von Gebieten innerhalb des Bereichs "Verteilte Systeme", die praktisch oder praxisbezogen sind, z.B. verteilte Betriebssysteme - dazu laufen verschiedene Arbeiten am LS 3 - oder Rechnernetze.

Es werden verschiedene formale Modelle für verteilte Systeme eingeführt und besprochen (z.B. Petri-Netze). Dies geschieht so, daß zugleich Kriterien der Anwendbarkeit und Nützlichkeit herausgebildet werden für praktische Entwurfs-, Spezifikations, Verifikations-/ Analyseprobleme und deren systematische und effiziente Unterstützung. Die Anwendbarkeit der vorgestellten Modelle wird dann anhand der formalen Kriterien diskutiert. Dabei tauchen Gesichtspunkte auf, die bei formaler Modellbildung selten berücksichtigt worden sind, wenn überhaupt. Dies wird für künftige Forschungsarbeiten in diesem Gebiet wichtig sein.

Neben Vorlesungspräsentationen (am Donnerstag und Freitag) soll eine Stunde (geplant am Freitag) für Übungen benutzt werden, zur vertieften Beschäftigung mit dem Vorlesungsstoff, aus der ein Augenmaß zur Einschätzung formalen Arbeitens wie auch die Grundlage für Diplomarbeiten gewonnen werden können.

Literatur:

Einschlägige Zeitschriftenpapiere und Bücher, die in der FB-Bibliothek oder am Lehrstuhl zugänglich sind. (Eine Liste wird bei Vorlesungsbeginn verteilt.)

Vorlesungen im Hauptstudium _______________________________________________________________________

Bioinformatik

042445 2 V Fr, 12.15 - 13.45 Uhr HG I / HS 2 Banzhaf

Beginn: 18. Oktober 1996

Inhalt:

In dieser Spezialvorlesung werden wir einigen grundlegenden Fragen im Grenzbereich von Biologie und Informatik nachgehen. In diesen Bereichen hat es in den letzten Jahren stürmische Entwicklungen gegeben.

Auf der einen Seite stehen die Probleme der Biologie, die mit Methoden der Informatik angegangen werden können, z.B. Sequenzanlyse oder Strukturvorhersagen für Proteine, auf der anderen Seite stehen Probleme der Informatik, z.B. kombinatorische Optimierung, Zuverlässigkeit von Software oder (selbst-)reproduzierende Programme (Viren), die mit aus der Biologie entlehnten Ansätzen angegangen werden können.

Im ersten Teil der Vorlesung werden wir u.a. relationale Systeme, Zelluläre Automaten zur Beschreibung dynamischer Phänomene sowie L-Systeme zur Behandlung von Wachstumsvorgängen kennenlernen.

Im zweiten Teil sollen Fragestellungen erörtert werden, für deren Lösung die jeweils andere Wissenschaft von Nutzen sein kann.

Hörer:

Studenten der Informatik / Angew. Informatik nach dem Vordiplom

Literatur:

Wird in der Vorlesung bekanntgegeben. Ein Skript wird erhältlich sein.

Vorlesungen im Hauptstudium _______________________________________________________________________

Rechnernetzanwendungen

042436 2 V Di, 14.15 - 15.45 Uhr HG I / HS 2 Krumm

Inhalt:

Die Vorlesung befaßt sich mit Fragestellungen der Entwicklung von Rechnernetz-Anwendungen, die sich auf den Entwurfshintergrund und die Ablaufeinbettung der Anwendungssoftware konzentrieren. Ortsverbund-Anwendungen stehen dabei im Mittelpunkt, d.h. solche Anwendungen, bei denen die unterschiedliche Lokalität von Daten und Aktionen problembedingt ist (z.B. verteiltes Reisebuchungssystem). Der Schwerpunkt liegt auf generellen Aspekten, spezielle Anwendungen werden kaum berührt.

Einführend werden Besonderheiten verteilter Programme erörtert. Den Hauptteil bilden Vertiefungen hinsichtlich der Basismaschine 'Rechnernetz' (im Hinblick auf normfähige 'offene' verteilte Anwendungen, z.B. Nutzung / Integration von anwendungsorientierten ISO/OSI-Kommunikationsdiensten und im Hinblick auf ablaufunterstützende Systeme, z.B. RPC-Systeme, Distributed Computing Environment DCE, Rolle von Directories, Netzbetriebssysteme und verteilte Betriebssysteme), hinsichtlich geeigneter Paradigmen / Modellvorstellungen / Grobarchitekturen (z.B. kommunizierende Prozesse, Client-Server, geteilte Objekte, wandernde Prozesse; Konzepte verteilter Programmiersprachen) und damit verbundener Interaktionsformen (z.B. Nachrichten, Operationsfernaufruf, Move, Joint Actions, Scripts).

Hörer:

Studenten der Informatik und Ingenieur-Informatik im vertiefenden Hauptstudium mit Interesse für den internen Aufbau von Rechnernetzen und ihre Nutzung

Voraussetzungen:

Vorlesung RvS (Rechnernetze und verteilte Systeme), Vorkenntnisse im Bereich Betriebssysteme sind nützlich.

Literatur:

Literaturangaben werden im Verlauf der Vorlesung gegeben, Folien zur Vorlesung sollen vorlesungsbegleitend per Kopie verfügbar werden.

Vorlesungen im Hauptstudium _______________________________________________________________________

Theorie neuronaler Netze

042522 2 V Mo, 12.15 - 14.00 Uhr HG I / HS 2 Wegener

Beginn:

Neuronale Netze können als einfache Modelle des Gehirns angesehen werden oder als eine Algorithmenklasse, die sich bei vielen Problemen bewährt hat. Ihre Faszination beziehen sie auf jeden Fall aus ihrer strukturellen Einfachheit und gleichzeitig hervorragenden Performanz. Ihre Vielfalt erhalten sie durch die Menge frei einstellbarer Parameter, deren Werte häufig heuristisch gewählt oder in einer Lernphase trainiert werden. Am Ende steht ein gut funktionierendes neuronales Netz, und meistens weiß keiner, warum es so gut arbeitet. In dieser Vorlesung sollen zentrale Erkentnisse über neuronale Netze dargestellt werden. Dabei sollen die Heuristiken vorgestellt und, soweit möglich, analysiert werden.

Die Vorlesung wird sich u.a. an dem Buch "Theorie der neuronalen Netze" von R. Rojas (Springer, 1989) orientieren.

Vorlesungen im Hauptstudium _______________________________________________________________________

Multimediale Informationssysteme

042523 2 V Mo, 16.15 - 18.00 Uhr GB V / HS 113 Fuhr

Beginn: 14. Oktober 1996

Inhalt:

MMIS dienen zur Verwaltung und gezielten Bereitstellung multimedialer Daten. In dieser Vorlesung soll ein Überblick über dieses noch relativ junge Gebiet gegeben werden, wobei der Schwerpunkt auf dem Retrieval liegen wird.

Gliederung:

1. Einführung.

2. Monomedia: Standards (SGML, DSSSL, VRML, GIF, JPEG, MPEG); Indexing und Retrieval von Text-, Bild-, Grafik-, Audio- und Videodaten.

3. Multimedia: Standards (PDF, MHEG, HyTime); Datenmodelle und Anfragesprachen.

4. Implementierungsaspekte: Zugriffspfade; Kommunikation; Synchronisation

5. Systeme: Konzepte; Ausgewählte Systeme.

Hörer:

Informatiker und Ingenieur-Informatiker im Hauptstudium

Voraussetzungen:

IS-Vorlesung

Didaktik:

Folienkopien und HTML-Seiten

Literatur:

- V.S. Subrahmanian; S. Jajodia: Multimedia Database Systems. Issues and Research Directions. Springer Verlag, 1996.

- Borkho Furht; Milan Milenkovic (Eds.): Guided Tour of Multimedia Systems and Applications. IEEE CS Press, 1995.

Vorlesungen im Hauptstudium _______________________________________________________________________

Evolutionäre Algorithmen

042426 2 V Di 10.15 - 12.00 Uhr OH16 / SR 205 Beyer

Do 16.15 - 18.00 Uhr HG I / HS 2 14-tägig

Beginn: Donnerstag, 17. Oktober 1996

Die Vorlesung ist einer Klasse von semi-stochastischen Optimierungsverfahren gewidmet, die unter dem Namen "`Evolutionäre Algorithmen"' (EA) in den letzten Jahren eine weite Verbreitung gefunden haben. Diese Algorithmen bedienen sich des Darwinschen Evolutionsparadigmas. Die bekanntesten EA-Varianten sind die Genetischen Algorithmen (GA) und die Evolutionsstrategie (ES).

Daneben gibt es eine weitere Klasse "`naturanaloger Verfahren"', die auf thermodynamischen Ansätzen beruhen und unter dem Namen "`simulated annealing"' bekannt sind.

Zunächst wird eine Einführung in die ES, das simulated annealing und die GA gegeben. Ziel ist es, dem Hörer ein weiteres Eindringen in die Theorie und Praxis der Verfahren zu ermöglichen. Danach ist beabsichtigt, die Verfahren näher zu analysieren. Themen werden u. a. sein:

Evolutionsstrategie (ES) Nomenklatur, Grundalgorithmen Theorie, Einführung, Performanzmaße, Modelle von Fitnesslandschaften Performanzanalyse ausgewählter Strategien Vom Nutzen des "`Sex"' Selbstadaptation ES für kombinatorische Probleme (Reihenfolgeprobleme) zur ES verwandt: evolutionary programming (EP) simulated annealing Metropolis-Algorithmus, statistische Thermodynamik Konvergenz, cooling schedules verwandte Verfahren, Sintflut-Algorithmus etc. Genetische Algorithmen (GA) kanonischer GA, Genotyp-Phänotyp-Mapping GA-Theorie und kritische Betrachtung des Schema-Theorems GA-Varianten und -Spielarten

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Menschengleiche Maschinen

042528 2 V Mo, 16.00 - 18.00 Uhr OH 16 / SR 205 Dietz

Beginn: 21. Oktober 1996

Ziel:

Einführung in den Diskurs uber das menschliche Bewustsein und sein physikalisch-strukturelles Substrat, den viele Biologen, Informatiker, Ingenieure, Philosophen, Physiker und Psychologen im Jahrzehnt des Gehirns führen, der vor dem Hintergrund von 2500 Jahren Geistesgeschichte zu sehen ist und der (auch) auf die Frage hinausläuft, ob es gelingen konnte, menschengleiche Maschinen zu konstruieren.

Inhalt:

Warum dies ein Thema für die Informatik ist.

Mythen, literarische Figuren und frühe Automaten.

Künstliche Intelligenz und Robotik: Erwartungen und Entäuschungen.

Das Leib-Seele-Problem und die Paradoxien des freien Willens in der abendländischen Philosophie.

Die gegenwärtige Debatte um das menschliche Bewustsein: Physikalisten, Dualisten und Mystiker; Realisten, Idealisten und Konstruktivisten.

Was wir heute über das menschliche Gehirn wissen.

Können wir menschengleiche Maschinen bauen? Und wenn ja: Sehen sie dann wie Computer aus?

Dürften wir menschengleiche Maschinen bauen,- wenn wir es denn könnten?

Hörer:

Studierende der Informatik und andere Interessierte.

Vorlesungen im Hauptstudium _______________________________________________________________________

Petrinetze - Eine Einführung

042488 2 V Do, 8.15 - 10.00 Uhr HG I / HS 2 Dittrich

Beginn: 24. Oktober 1996

Petrinetze stellen eine graphisch orientierte Darstellungsform zur Beschreibung vor allem konkurrenter Systeme dar. Insbesondere zur Beschreibung von dynamischen Abläufen, wie etwa gewisser Phänomene bei Betriebssystemen, Produktionsprozessen und im Workflowmanagement werden sie eingesetzt.

Dabei gibt es eine ganze Reihe variierender Ansätze zur Beschreibung dynamischer Abläufe auf Petrinetzen.

Ziel der Veranstaltung ist es, nach der Entwicklung der Grundideen aus der Welt der Petrinetze der Reihe nach die dort verwendeten Systembeschreibungen mit aufsteigender Beschreibungskomplexität einzuführen.

Zunächst werden daher Elementare Netze, Bedingungs-Ereignis Systeme sowie Stellen-Transitions-Systeme behandelt und ein Einblick in dort verfügbare theoretische Ergebnisse gegeben.

Danach werden die für die praktische Modellierung wichtigeren sog. High-Level-Netze behandelt.

Voraussichtlich im SS 97 wird es eine 2stündige Fortsetzung geben, in der komplexere Ansätze zu Petrinetzen vorgestellt werden sollen.

Ausgewählte Literatur:

[Reis 86] Reisig, W.: Petrinetze - Eine Einführung, 2. Auflage, Springer 1986

[Brau 80] Brauer, W. (Edt.): Net Theory and Applications, LNCS Vol. 84, Springer Verlag 1980

[BrRR 87a] Brauer, W.-Reisig, W.-Rozenberg, G. (Edts.): Petri Nets: Central Models and Their Properties, LNCS Vol. 254, Springer Verlag 1987

[BrRR 87b] Brauer, W.-Reisig, W.-Rozenberg, G. (Edts.): Petri Nets: Applications and Relationships to Other Models of Concurrency, LNCS Vol. 255, Springer Verlag 1987

[Ditt 95] Dittrich, G.: Petrinetze, Folien zur Vorlesung WS95/96, BBI Informatik

[Jens 92] Jensen, K.: Coloured Petri Nets, Volume 1, EATCS, Springer 1992

[Ajmo 93] Ajmone Marsan, M.(Edt.): Application and Theory of Petri Nets 1993, LNCS 691, Springer 1993

[Vale 94] Valette, R.(Ed.): Application and Theory of Petri Nets 1994, LNCS 815, Springer Verlag 1994

[DeDi 95] De Michelis,G. -Diaz,M.(Eds.): Application and Theory of Petri Nets 1995, LNCS 935, Springer Verlag 1995.

Vorlesungen im Hauptstudium _______________________________________________________________________

Parallele Algorithmen

042506 4 V Mo, 10.15 - 12.00 Uhr GB IV / SR 318 Dietzfelbinger Do, 10.15 - 12.00 Uhr GB IV / SR 318

Beginn: 14. Oktober 1996

Inhalt:

Die Vorlesung befaßt sich in erster Linie mit Algorithmen für parallele Registermaschinen (PRAMs). Dies sind parallele Rechenmodelle mit folgender Struktur: eine Vielzahl von synchron arbeitenden Prozessoren können wahlfrei auf einen gemeinsamen Speicher zugreifen. In diesem Modell ist also die Kommunikation zwischen den Prozessoren nahezu kostenfrei.

Es erlaubt, abstrakt die Möglichkeiten und Grenzen der parallelen Bearbeitung von Berechnungsproblemen zu untersuchen und allgemeine Ansätze für die Programmierung von Parallelrechnern zu entwickeln. Obgleich an eine direkte hardwaremäßige Realisierung des PRAM-Modells nicht zu denken ist, haben solche Algorithmen auch praktische Bedeutung aus zwei Gründen: zum einen existieren Simulationsverfahren, die es, wenigstens prinzipiell, gestatten, PRAM-Algorithmen auf realistischeren Prozessornetzwerken ohne gemeinsamen Speicher ablaufen zu lassen; zum andern sind auch bei der direkten Programmierung solcher Netzwerke Prinzipien aus der PRAM-Programmierung nützlich. In der Vorlesung werden folgende Bereiche behandelt:

1. Grundkonzepte: Maschinenmodelle, Komplexitätsmasse 2. Algorithmen für Arrays, insbesondere parallele Präfixberechnung 3. Algorithmen für Listen 4. Algorithmen für Bäume 5. Graphalgorithmen: Zusammenhangskomponenten 6. Sortieren und verwandte Probleme 7. Optimierung: Matchings und Unabhängige Mengen in Graphen, Flüsse 8. Parallele Lineare Algebra 9. Randomisierung 10. Simulation von PRAMs auf Netzwerken

Hörer:

Studierende im Hauptstudium Informatik

Voraussetzungen:

Es sind keine speziellen Vorkenntnisse nötig, die über das Vordiplom hinausgehen. Gute Kenntnisse über Algorithmen und Datenstrukturen sind nützlich.

Literatur:

- J. JaJa, An Introduction to Parallel Algorithms, Addison-Wesley, Reading, MA, 1992.

- John H. Reif (Ed.), Synthesis of Parallel Algorithms, Morgan Kaufmann Publishers, San Mateo, CA, 1993.

- R. M. Karp und V. Ramachandran, Parallel algorithms for shared-memory machines. Kapitel 17 (S. 869- 941) in: J. v. Leeuwen (Hrsg.), Handbook of Theoretical Computer Science, Vol. A, Elsevier, Amsterdam, 1990.

- Thomson Leighton, Introduction to Parallel Algorithms and Architectures: Arrays, Trees, Hypercubes.

- Morgan Kaufmann Publishers, San Mateo, CA, 1992 (in Auszügen).

Vorlesungen im Hauptstudium _______________________________________________________________________

Funktionale, regelbasierte und prozedurale Programmierung mit Mathematica

042529 2 V Do, 16.15 - 18.00 Uhr HG I / HS 3 Sjamken

042530 2 Ü n.V. Sjamken

Inhalt:

Mathematica gehört zu den den "Computeralgebra-Systemen", die mechanische Routinearbeiten in der Mathematik erledigen oder Umformungen mathematischer Ausdrücke durchführen, wenn sie wegen ihres Umfanges als Handrechnung nicht mehr realisierbar sind. Andere Systeme dieser Gattung, wie z.B. Macsyma, Maple oder Mathcad, bieten vor allem "Look-and-Feel"-Programme, mit denen man nach kürzester Einarbeitungszeit typische "Matheaufgaben" wie z.B. das Lösen von Gleichungssystemen rechnen lassen kann. Mathematica entwickelte sich darüberhinaus aber zu einer universellen höheren Programmiersprache.

Diese Sprache unterstützt mehrere Programmierstile:

- Prozedurale Programmierung mit Blockstruktur, bedingter Ausführung, Iteration und Rekursion,

- Funktionale Programmierung mit sog. "reinen Funktionen" (einer speziellen Form der l-Notation) und Fuktionaloperatoren,

- Regelbasierte Programmierung mit Mustererkennung und objektorientorientierter Programmierung.

Besonders gut eignet sich Mathematica zur Entwicklung von Algorithmen, wenn die Beschreibung der zu lösenden Probleme in der Form mathematischer Formeln vorliegt. Man kann diese Formeln dann direkt (meistens in einer nur unwesentlich veränderten Schreibweise) in die Mathematica-Programme "einbauen". Natürlich sind auch hier keine

großen Wunderdinge zu erwarten: Programmieren bleibt eine Kunst der Wahl der richtigen Mittel. Allerdings bietet Mathematica eine umfangreichen Vorrat an Operationen, mit denen man bei geschickter Auswahl oft schon mit wenigen Kodezeilen äußerst leistungsfähige Programme schreiben kann. Mathematica-Code ist meistens deutlich kürzer als äquivalenter C-Code. Freilich haben C-Programme augenblicklich noch kürzere Ausführungszeiten als äquivalente Mathematica-Programme. ( Der z.T. erhältliche Mathematica-Interpreter ist ein C-Programm.) Bei der Lösung zeitkritischer Probleme eignet sich Mathematica aber vor allem als Prototyping-System, mit dem umfangreiche Programme schnell realisiert und (vor-)getestet werden können.

Schwerpunkt der Veranstaltung wird die Vorstellung von Mathematica-Programmen aus Gebieten sein, denen eine stark formalisierte Theorie zugrunde liegt. (Beispiel: Logischer Entwurf digitaler Systeme). Die im SS 1996 gehaltene Spezialvorlesung "Grundlagen des numerischen und symbolischen Rechnens in Mathematica" behandelte die bei der Ausführung von Mathematica-Programmen ablaufenden Rechenprozesse. Vorkenntnisse auf diesem Gebiet wären gut, sind aber nicht erforderlich. Ein ausführliches Skriptum zu diesem Thema wird wieder erhältlich sein und kann bei Bedarf als "Nachschlagewerk" benutzt werden. Auch zu der hier angekündigten Vorlesung wird es ein Skriptum geben.

Seminare ______________________________________________________________________

Autonome, mobile Roboter III - Theoretische Grundlagen und praktische Experimente

044345 2 S Mi, 8.30 - 10.00 Uhr GB IV / SR 318 Banzhaf / Dittrich, P.

Einführungsvortrag und Vorbesprechung:

Mittwoch, den 16.10.96, 8:30 Uhr, GB IV / SR 318

Anmeldung bei Peter Dittrich, Tel.: 9700-956, e-mail: dittrich@XXXls11.cs.tu-dortmund.de (Spam-Schutz! Bitte entfernen Sie vor dem Versenden das XXX aus der E-Mail-Adresse!)

Inhalt:

Das Studium autonomer mobiler Roboter bzw. Agenten erfreut sich immer größerer Beliebtheit, insbesondere, da ihre praktische Anwendung in greifbare Nähe rückt. Einsatzgebiete sind z.B. gefährliche oder schwer zugängliche Umgebungen (Kanalisation, Meeresgrund, Planetenoberflächen). Ferner können sie wertvolle Informationen über die Verhaltensweisen höherer Organismen geben. Dabei ist insbesondere das komplexe kollektive Verhalten interessant, das sich aus der Interaktion vieler einfacher gleichartiger Agenten ergibt.

Eine wichtige Eigenschaft autonomer Roboter ist die Robustheit gegenüber unerwarteten Veränderungen in ihrer Umgebung. Klassische Architekturen der Künstlichen Intelligenz tun sich dabei oft schwer. Abhilfe erhofft man sich von einfachen, sub-symbolischen Kontrollsystemen, deren Strukturen an natürlichen Vorbildern aus dem Tierreich (insbesondere den kollektiv organisierten Insektenvölkern) angelehnt sind.

In vielen Fällen genügt es aber nicht, das Verhalten des Roboters zu simulieren. Besonders die Modellierung des ''Unerwarteten" ist praktisch unmöglich, so daß Experimente mit realen Robotern erfolgen müssen.

In diesem Seminar wollen wir den Aufbau und die Anwendung autonomer mobiler Roboter studieren. Das Seminar hat einen theoretischen und einen praktischen Teil. Der theoretische Teil besteht aus einer Serie von Vorträgen mit Themen aus den Bereichen: Autonome Roboter, maschinelles Lernen, künstliche Intelligenz und Artificial Life. Als Schwerpunkt wollen wir uns in diesem Semester mit evolutionary robotics beschäftigen. Dabei versucht man, die Phänomene der Evolution auszunutzen, die für das Entstehen komplexer, überlebens- und anpassungsfähiger Systeme verantwortlich sind.

Im praktischen Teil soll es interessierten Teilnehmern ermöglicht werden, Erfahrungen mit dem Bau eines realen mobilen Roboters zu sammeln. Als Konstruktionsmaterial soll Fischertechnik dienen.

Literatur:

Wird in der Vorbesprechung bekanntgegeben und kann in den Handapparaten der Lehrstuhlbibliothek von LS XI gefunden werden.

Homepage:

http://ls11-www.cs.tu-dortmund.de/people/dittrich/alife/robSemIII.html

Seminare ______________________________________________________________________

Parallele (ereignisorientierte) Simulation

044349 2 S n.V. Beilner

Parallele Architekturen von Rechensystemen (seien sie nun"verteilter" oder "zentraler" Natur) versprechen, auch "sehr große" Aufgaben (d.h. solche, deren Prozessor-Anforderungen sequentiellen Architekturen Schwierigkeiten bereiten) in "vernünftiger" Zeit bewältigen zu können. Oder umgekehrt: Die Existenz auch sehr großer Aufgaben motiviert die Entwicklung paralleler Architekturen für Rechensysteme.

Einer der notorisch anspruchsvollen Aufgabenbereiche ist jener der Simulation von Systemen verschiedenster Art; wünschenswert und notwendig, um sie besser zu verstehen, um ihr Verhalten vorherzusagen und u.U. zu beeinflussen, um sie zweckorientiert entwerfen, konfigurieren, betreiben zu können. Was läge also näher, als den Einsatz und die Eignung paralleler Architekturen gerade in der System-Simulation zu untersuchen?

Simulation als Technik gesehen umfaßt, neben anderen Definitionen, die Untersuchung des Verhaltens sowohl "kontinuierlicher" Systeme (dynamischer Systeme, deren Zustandsveränderungen als kontinuierlich über kontinuierlicher Zeit gesehen werden) als auch "ereignisorientierter" Systeme (dynamischer Systeme, deren Zustandsveränderungen als spontan über kontinuierlicher oder nicht-kontinuierlicher Zeit aufgefaßt werden). Dieses Seminar soll sich ausschließlich auf die ereignisorientierte Simulation konzentrieren, eine Technik, die es erlaubt, eine große Klasse real interessierender Systeme (darunter Fertigungs-, Transport-, Logistik-, Verwaltungs-, Büro- ..., Rechen- und Kommunikations-Systeme) in wesentlichen Aspekten zu untersuchen.

Alle genannten Systeme sind in gewisser Weise "natürlich" dezentral und verteilt, so daß die Möglichkeit ihrer "parallelen" (und damit effektiveren) Simulation offensichtlich zu sein scheint. Es wird eine Hauptaufgabe dieses Seminars sein, zu überprüfen, ob und in welchem Ausmaß diese" offensichtliche" Ahnung trägt.

Zur Vorbereitung und zur Ermittlung persönlicher Interessen steht ab sofort geeigneter Lesestoff in einem speziellen Abschnitt desLehrstuhlhandapparats Informatik IV (GB V, Raum 407) zur Einsicht bereit, u.a. die Übersichten:

- Fujimoto,R.M.; Parallel discrete event simulation; CACM vol.33(1990) nr.10 pp.30-53

- Mattern,F./Mehl,H.; Diskrete Simulation

- Prinzipien und Probleme der Effizienzsteigerung durch Parallelisierung; Informatik Spektrum vol.12(1989) nr.4 pp.198-210

- Misra,J.; Distributed discrete-event simulation; Computing Surveys vol.18(1986) nr.1, pp.39-65

- Nicol,D.M./Fijimoto,R.; Parallel simulation today; Internal Report Williamsburg/Atlanta 1993?

Bitte beachten Sie die Fülle enthaltener weiterer Literaturverweise und konsultieren Sie die Bereichsbibliothek Informatik. Sprechen Sie mich unbesorgt an, wenn Sie Schwierigkeiten bei der Literatursuche haben sollten (GB V, Raum 404).

Termine:

Interessenten wollen sich bitte (nachdem sie eine persönliche Interessensrichtung im beschriebenen Kontext ausgemacht und entsprechenden Verweisen nachgespürt haben)

zur Seminarteilnahme anmelden:

bis 23.10.96, Sekretariat Informatik IV (GB V, Raum 406)

Eine erste Vorbesprechung ( ggf. auch eine erste Themenfestlegung) findet statt

Donnerstag, 24.10.96, ab 16.00 Uhr, GB V, Raum 440

Das Seminar selbst soll entweder zu wöchentlichenTerminen des WS '96/97 oder als Blockveranstaltung unmittelbar nach Ende der Vorlesungszeit des WS '96/97 ablaufen. Unter Umständen kann ein weiteres Initialisierungstreffen zu Beginn des WS erforderlich werden - beachten Sie bitte die Aushänge.

Seminare ______________________________________________________________________

Simulation und Optimierung mit Intervallarithmetik

044350 2 S Di, 14.15 - 16.00 Uhr OH 16 / SR 205 Rudolph / Schwefel

Inhalt:

Zur Analyse von dynamischen Systemen werden häufig Simulatoren eingesetzt. Werden in einem Simulationsprogramm reelle Variablen benutzt, so sind die Ausgaben mit Vorsicht zu genießen.

Tatsächlich reicht es nicht aus, mit doppelter Genauigkeit zu rechnen wie das folgende kleine Beispiel illustrieren möge: Man nehme an, an irgendeiner Stelle des Simulationsprogramms muß der Wert der Funktion

f(x,y) = 333,75 y6 + x3 (11x3 y2 y6 121 y4 2) + 5.5 y8 + x / 2 y

für x = 77617 und y = 33096 berechnet werden.

Eine entsprechende C-Prozedur mit doppelter Genauigkeit wird als Ausgabe den Wert 1,172603940... liefern -- das korrekte Ergebnis lautet hingegen

f(77617, 33096) = -54767/66192 = -0.82739606...

Um solche Fehler zu erkennen, kann man Intervallarithmetik verwenden: Hier werden Zahlen nicht als punktuelle Größen sondern als Intervalle repräsentiert.

Bei dem genannten Beispiel wäre die Ausgabe ein sehr breites Intervall. Daran kann man erkennen, daß numerische Probleme bei der Berechnung auftauchen.

Das Seminar soll in die Methoden der Intervallarithmetik einführen. Mögliche Themen sind etwa die Intervallmethoden zur Lösung linearer Gleichungssysteme, das modifizierte Newton--Verfahren zur Lösung nichtlinearer Gleichungssysteme sowie zahlreiche Arbeiten im Bereich der Optimierung.

Themenvergabe: 15.10.1996

Literatur:

G. Alefeld und J. Herzberger: Einführung in die Intervallrechnung, Bibliographisches Institut: Mannheim 1974.

R.E. Moore: Methods and applications of interval analysis, Prentice Hall: Englewood Cliffs 1979.

A. Neumaier: Interval methods for systems of equations, Cambridge University Press: London 1990.

E. Hansen: Global optimization using interval analysis, Marcel Dekker: New York 1992.

Seminare ______________________________________________________________________

Genetische Programmierung

044351 2 S Mi, 10.15 - 12.00 Uhr GB IV / SR 318 Wegener

Programmieren kostet Zeit, ist langweilig, und man macht dauernd Fehler.

Warum also nicht Programme randomisiert erzeugen, ihr Verhalten beobachten und bewerten, gute Programme kombinieren und zufällig verändern und diese Schleife automatisch solange wiederholen, bis ein akzeptables oder sehr gutes Verhalten entsteht? Eine Vision? Sicher, aber vielleicht eine mit Zukunft.

Natürlich ist diese Vorgehensweise der genetischen Programmierung nicht für alle Probleme geeignet. Wer Quicksort kennt, wird mit genetischer Programmierung keinen besseren Suchalgorithmus erhalten. Vielversprechender sind Aufgaben, in denen richtiges oder gutes Verhalten gar nicht so leicht quantifiziert werden kann.

In diesem Seminar sollen die Grundlagen der genetischen Programmierung anhand ausgewählter Kapitel der Bücher Genetic Programming und Genetic Programming II von J.R. Koza (MIT Press, Cambridge, 1994) erarbeitet werden, so daß Grundkenntnisse in genetischer Programmierung nicht vorausgesetzt werden. Im zweiten Teil des Seminars werden aktuelle Arbeiten aus diesem Gebiet behandelt.

Themenvergabe ab sofort beim Veranstalter (GB IV/333).

Seminare ______________________________________________________________________

Technische Informatik

044352 2 S Im Anschluß an die Vorlesungszeit Marwedel des WS 96/97 (Blockseminar; voraussichtlich 19.2. - 21.2.97) OH 16, R. E07

Das Seminar wird verschiedene neuere Themen der Technischen Informatik behandeln. Von der gleichnamigen Vorlesung ist das Seminar unabhängig.

Unter anderem sind folgende Themenkreise geplant:

- Neuere Konzepte moderner Rechnerarchitekturen

- Spezifikation und Entwurf eingebetteter Systeme

(siehe hierzu: D. Gajski: Specification and Design of Embedded Systems,

Prentice Hall, 1994)

Eine detaillierte Liste der Themen wird ab 20.9. über die üblichen schwarzen Bretter sowie über die www-Seite des Lehrstuhls Informatik XII "http://ls12-www.cs.tu-dortmund.de" bekanntgegeben werden.

Eine Anmeldung zu den Vorträgen wird während der üblichen Sprechstunden möglich sein (montags, jeweils 10:30-12:00, im Raum E21 des Gebäudes in der Otto-Hahn-Str. 16; Telefon: 6111).

Eine gemeinsame Vorbesprechung wird am 16.12. ab 14:00 im Raum E07 desselben Gebäudes stattfinden. Danach werden keine Vorträge mehr vergeben werden.

Seminare ______________________________________________________________________

Anwendung von genetischem Programmieren und Artificial Life

044353 2 S Mo, 14.15 - 16.00 Uhr GB IV / SR 318 Banzhaf

Vorbesprechung:

Montag, 14.10.96, 14 Uhr c.t., GB IV / SR 318

Anmeldung vor Semesterbeginn möglich via e-mail:

banzhaf@XXXls11.cs.tu-dortmund.de (Spam-Schutz! Bitte entfernen Sie vor dem Versenden das XXX aus der E-Mail-Adresse!)

Inhalt:

In diesem Seminar sollen neuere Arbeiten aus dem Bereich des genetischen Programmierens und der Artificial Life Modelle behandelt werden, mit einem besonderen Schwergewicht auf den Anwendungen dieser Methoden.

Der Begriff des Genetischen Programmierens geht auf ein gleichnamiges Buch von J. Koza zurück, und bezieht sich auf die automatische (künstliche) Evolution von Computerprogrammen und allgemein von Algorithmen mithilfe der Methoden von zufälliger Mutation, Rekombination und Selektion. Seit Beginn der Neunzigerjahre wird auf diesem Gebiet intensiv gearbeitet, und die zu besprechenden Arbeiten stammen daher aus der jüngsten Zeit.

Artificial Life Modelle studieren die Wechselwirkung zwischen sich gegenseitig Konkurrenz machenden Arten von Algorithmen. Ebenso wichtig sind aber Modelle, die die Selbstorganisationsvorgänge bei der Entstehung des Lebens abzubilden versuchen. Dieses Gebiet existiert in der gegenwärtigen Form seit Mitte bis Ende der Achtzigerjahre, ist also ebenfalls sehr aktuell.

Die Vorträge, die bei der Vorbesprechung verteilt werden, erfolgen auf der Grundlage von Originalarbeiten.

Literatur:

Wird in der Vorbesprechung bekanntgegeben und kann in den Handapparaten der Lehrstuhlbibliothek von LS XI gefunden werden.

Hörer:

Studenten nach dem Vordiplom

Seminare ______________________________________________________________________

Funktional-logische Sprachen und ihre Implementierung

044354 2 S Di, 10.15 - 12.00 Uhr GB IV / SR 318 Padawitz

Beginn: 15. Oktober 1996

Anmeldung:

Interessenten melden sich bitte ab 20. 8. 1996 bei:

P. Padawitz (GB IV, R. 422, Tel. 5108)

Inhalt:

Anwendung und öbersetzung funktional-logischer Programmiersprachen

Teilnehmer:

Informatikstudenten ab 6. Semester

Voraussetzung:

Teilnahme an mindestens einer der Stammvorlesungen LSI, TP und PSö

Literatur:

Michael Hanus, The Integration of Functions into Logic Programming: From Theory to Practice, J. Logic Programming 19/20 (1994) 583-628

Rita Loogen, Integration funktionaler und logischer Programmiersprachen, Oldenbourg 1995

Peter Padawitz, Expander: A System for Testing and Verifying Functional-Logic Programs, http://ls5-www.cs.tu-dortmund.de/user/peter

Seminare ______________________________________________________________________

Speicher-Konfigurationen in modernen, allgemeinen Prozessor-Systemen

2 S n.V. (Kompaktveranstaltung am Ende des Semesters) Beckmann

Inhalt:

Die Leistung von Prozessoren konnte in den letzten Jahren nicht zuletzt durch die Entwicklung und den Einsatz von (halb)automatischen Synthese-Werkzeugen drastisch gesteigert werden. Dies gilt ebenfalls für die Kapazität von Speicherbausteinen, nicht jedoch für deren Zugriffsgeschwindigkeit, so daß heute Speicherzugriffe die Ausführung von Programmen stark verlangsamen.

Mittlerweile wird die Leistungsfähigkeit von modernen Ein- und Mehr-Prozessor-Systemen wie PCs und Workstations von der Leistungsfähigkeit der zugrunde liegenden Speicher-Konfiguration begrenzt.

Um die Probleme, die aus der Diskrepanz zwischen der Leistungssteigerung von Prozessoren und der von Speicherbausteinen entstanden, anzugehen, wurden in den letzten Jahren immer komplexere Speicherhierarchien und Zugriffsmethoden entwickelt. Als Stichworte seien an dieser Stelle nur genannt: Cache (Assoziativität, Ersetzungsstrategien und Prefetching), TLB (translation look ahead buffer), Speicherverschränkung (Interleaving), Daten-Konsistenz in Multiprozessor-Systemen und Kohärenz-Protokolle. Mit der Komplexität solcher Speicherhierarchien steigt natürlich auch deren Entwurfsaufwand. Dies gilt insbesondere für Mehr-Prozessor-Systeme, wenn mehrere Prozessoren auf die gleichen Daten zugreifen. Es gibt eine Reihe von Untersuchungen, wie verschiedenste Entscheidungen beim Entwurf solcher Hierarchien zu treffen sind.

Das Seminar beschäftigt sich mit o.g. Speicherhierarchien in modernen Ein- und Mehr-Prozessor-Systemen. Die Themen behandeln sowohl Prinzipien des Aufbaus, Entwurfs und der Leistungsbewertung, als auch Speicherhierarchien in neueren, existierenden Prozessor-Systemen.

Teilnahmevoraussetzung:

abgeschlossenes Vordiplom

Vorbesprechung und Themenvergabe:

Mittwoch, den 23. 10 96 um 14 Uhr in OH 16, E04

Interessenten können sich vorab gerne bei mir näher informieren!

Veranstaltungstermin:

n.V., als Kompaktveranstaltung am Ende des Semesters

Literatur:

Hennessy, Patterson: Computer Architecture: A Quantitative Approach, 2nd Ed., 1996

Tomasevic, Milutinovic: The Cache Coherence Problem in Shared-Memory Multiprocessors: Hardware Solutions, 1993

aktuelle Zeitschriften und Rechnerbeschreibungen

Informationsteil Hinweise zum Anwendungsfach _________________________________________________________________________

Hinweise zum Diplomstudiengang Informatik'

Rückwirkend ab 1.4.1996 in Kraft getreten:

Neue Diplomprüfungsordnung "Informatik"

Es dürfte sich bereits herumgesprochen haben, daß das Land Nordrhein-Westfalen eine sog. "Eckdatenverordnung" erlassen hat, an die alle Diplomprüfungsordnungen (DPOs) anzupassen sind. Für den Studiengang "Informatik" hat unser Fachbereich eine entsprechende DPO in diesem Frühjahr abschließend beraten und den Gremien vorgelegt. Diese ist rückwirkend mit dem 1. 4. 1996 in Kraft getreten. Die neue DPO ("DPO'96") wird für alle Studierenden gelten, die im Wintersemester 96/97 ihr Studium beginnen. Der Paragraph 29 der DPO'96 regelt die Übergangsbestimmungen für die übrigen Studierenden. Der genaue Wortlauf des Paragraphen 29 wird ebenso wie die vollständige neue DPO demnächst über die www-Seite des Dekanats abrufbar sein.

Was sind nun die wesentlichen inhaltlichen Änderungen in der DPO'96?

Im Studiengang "Informatik" werden sich durch die neue DPO überwiegend nur formale Änderungen ergeben, da die Obergrenzen der Eckdatenverordnung weitgehend auch bislang schon eingehalten wurden.

- Die Bearbeitungszeit für Diplomarbeiten darf nur noch dann sechs Monate betragen, wenn ein empirisches, ein experimentelles oder ein mathematisches Thema bearbeitet wird. Falls diese Voraussetzungen vorliegen, kann die Zeit maximal um sechs Wochen verlängert werden, sonst um vier Wochen. Bislang war eine Verlängerung um drei Monate zulässig.

- Für den Umfang von Diplomarbeiten gilt ein Richtwert von 80 Seiten ([[section]] 19 (10)).

- Die Frist für die Bekanntgabe der Bewertung der Diplomarbeit wurde auf acht Wochen verkürzt ([[section]] 19 (2)).

- Verschiedene Änderungen sind bei den Nebenfächern erfolgt. Betroffen sind v.a. Nebenfächer, in denen bislang eine relativ hohe Zahl von Prüfungen und Leistungsnachweisen erforderlich war. Beispielsweise sind für das Nebenfach Musik im Rahmen der Diplom-Vorprüfung nur noch zwei statt bislang vier Klausuren zu absolvieren.

- Die Regelungen zur Wiederholdung von Prüfungsleistungen sind ergänzt worden (Freiversuch, Mutterschutzfristen, Erziehungsurlaub usw.).

Die DPO'96 enthält über die angegebenen Punkte hinaus weitere Änderungen. Diese entnehme man der vollständigen DPO, die an dem oben angegebenen Ort verfügbar ist.

Abschließend sei noch darauf hingewiesen, daß eine gemäß den Vorgaben der Eckdaten verordnung geänderte DPO "Ingenieurinformatik" vermutlich zu Beginn des Wintersemesters im Fachbereichsrat beraten werden wird. In diesem Studiengang wird eine etwas größere Zahl von Anpassungen erwartet.

Peter Marwedel

Hinweise zum Nebenfach im Diplomstudiengang 'Informatik'

Die derzeit gültige Diplomprüfungsordnung im Studiengang Informatik ('Kerninformatik') vom 30.10.1990 sieht ein Nebenfach vor. Die allgemeinen Regelungen für ein Nebenfach sind:

Im Vorstudium umfaßt es Lehrveranstaltungen im Umfang von 11 bis 16 Semesterwochenstunden. Davon sind Lehrveranstaltungen im Umfang von mindestens 8 Semesterwochenstunden Thema der Vordiplom-Nebenfachprüfung (die übrigen Lehrveranstaltungen werden üblicherweise durch Prüfungsvorleistungen, in der Regel durch Veranstaltungsscheine, nachgewiesen).

Im Hauptstudium umfaßt das Nebenfach Lehrveranstaltungen ebenfalls im Umfang von 11 bis 16 Semesterwochenstunden. Die Diplom-Nebenfachprüfung soll davon wiederum Lehrveranstaltungen im Umfang von mindestens 8 Semesterwochenstunden erfassen. Es kann eines der in den Anhängen 1 und 2 der Diplomprüfungsordnung genannten Nebenfächer nach den dortigen näheren Festlegungen (zu Umfang und Inhalt, Lehrveranstaltungen, Prüfungsvorleistungen, Prüfungen) gewählt werden: Betriebswirtschaftslehre, Biologie, Elektrotechnik, Erziehungswissenschaft, Maschinenbau, Mathematik, Musik, Philosophie, Physik, Raumplanung, Soziologie, Sprachwissenschaft (Deutsch), Sprachwissenschaft (Englisch), Statistik, Theoretische Medizin, Volkswirtschaftslehre. Die Nebenfächer werden von den entsprechenden Fachbereichen der Universität Dortmund (bzw. von der Universität Bochum bei theoretischer Medizin) angeboten. Zwischen anbietendem Fachbereich und Fachbereich Informatik wurden dazu Vereinbarungen getroffen.

Besteht ein besonderes Interesse, ein Nebenfach zu studieren, das nicht im Anhang der Diplomprüfungsordnung genannt ist, so kann der Studierende einen Vorschlag, der die obigen Randbedingungen einhält und der die Zustimmung des betroffenen Fachbereichs findet, dem Prüfungsausschuß Informatik zur Genehmigung vorlegen. Bei manchen Fächern (Chemie, Psychologie, Kunst, Musik) liegen auch schon erste Vorschläge für Standard-Nebenfachvereinbarungen vor. Hier sollte dann ein solcher Vorschlag übernommen werden.

Hinweise zum Anwendungsfach im Diplomstudiengang 'Angewandte Informatik'

Die derzeit gültige Diplomprüfungsordnung im Studiengang Angewandte Informatik ('Ingenieurinformatik') vom 7.1.1987 (mit Änderungen vom 28.11.1988, 9.4.1991 und 1.4.93) sieht ein Anwendungsfach vor. Es kann eines der vier hierzu in der Diplomprüfungsordnung verankerten Fächer 'Elektrotechnik', 'Maschinenbau', 'Bauwesen' oder 'Chemietechnik' gewählt werden. Die Möglichkeit, - etwa auf eigenen Vorschlag hin - ein anderes Anwendungsfach zu wählen, besteht nicht.

Lehramtsstudiengang Informatik (Sekundarstufe II) ______________________________________________________________________

Lehramtstudiengang Informatik (Sek II) - Ankündigung -

Im Zusammenhang mit der Zuweisung einer Professur für die Didaktik der Informatik bzw. Elektrotechnik hat der Fachbereich Informatik einen neuen Studiengang für das Lehramt Informatik (Sekundarstufe II) entworfen. Der Antrag und die dazugehörige Studienordnung sind von allen befaßten Universitätsgremien einmütig verabschiedet worden. Die Zustimmung der Ministerin für Wissenschaft und Forschung wird für die nahe Zukunft erwartet, sodaß der neue Studiengang zum WS 96/97 oder zum SS 97 eingerichtet werden kann.

Wie schon in Mathematik oder in den Naturwissenschaften, stellt der Lehramtsstudiengang Informatik eine neue Alternative der Informatikausbildung dar, die - wegen der vorgesehenen Möglichkeit der Promotion - den Studierenden selbst bei zunächst rein wissenschaftlicher Ausrichtung eine weitere berufliche Option eröffnet, nämlich im Lehramt der Sekundarstufe II, ohne die mehr wissenschaftliche oder .

Gleichzeitig ist aber noch wichtiger, daß in NRW ein steigender Bedarf an Sek II - Lehrern für Informatik besteht, die eine Vollausbildung in Informatik erhalten haben. (Bis jetzt wird ja noch immer der Großteil des (Leistungskurs-) Unterrichts von Lehrern gegeben, die - ausgebildet in Mathematik, Physik o.ä. - durch eine (oft in Eigeninitiative unternommene) Umschulung sich mit Informatikstoff und -methoden vertraut gemacht haben, ohne doch Informatik in ihrem eigenen, von den genannten Disziplinen grundsätzlich verschiedenen Charakter erarbeitet zu haben.)

Für den einzurichtenden Studiengang ging es von vornherein darum, daß die Studierenden Eigentümlichkeiten und fachliche Arbeit (wissenschaftlich und in praktischer Entwicklungsmethodik) möglichst ganz, von innen her kennen und ergreifen lernen. Es sollen also auf keinen Fall Schmalspurinformatiker ausgebildet werden, trotz den gegenüber den Diplomstudiengängen deutlich verringerten SWS - Zahlen im Fach Informatik. Diese könnten den Sek - II - Unterricht nicht wirklich sachgerecht und lebendig, daher auch letztlich nicht attraktiv gestalten. So sind dann bei 9 Semestern Regelstudienzeit (je 4 Semester Grund- und Hauptstudium, 1 Prüfungssemester) doch wesentliche Elemente der Dortmunder Diplomausbildung in den Lehramtsstudiengang integriert worden, z.B. als Pflichtfach Informatik und Gesellschaft" und das Software - Praktikum (SOPRA) im Grundstudium, eine Projektarbeit (PA) im Hauptstudium.

Nachdem z.Zt. schon Informatik-Lehramtsstudiengänge in Paderborn, Duisburg, Siegen und Münster eingerichtet sind, kommt der Dortmunder Planung im Lichte der vorstehenden Anforderungen eine besondere Bedeutung zu, weil der hiesige Fachbereich aufgrund des großen Spektrums der Lehr- und Forschungsrichtungen eine besonders attraktive Ausbildung anbieten kann.

Horst F. Wedde

Beispielhafter zeitlicher Verlauf eines Informatik-Studiums

Vorbemerkung

Seit vielen Jahren werden von Politik und Wirtschaft, aber auch aus Hochschulen und Universitäten die ständig steigenden Studienzeiten an den deutschen Universitäten beklagt.

Einige der am häufigsten genannten Ursachen für diese Entwicklung sind die folgenden Schuldzuweisungen, wobei diese Aufzählung keinesfalls den Anspruch erhebt, auch nur annähernd vollständig zu sein:

* Die Studierenden beklagen die Überfüllung der Massenuniversität ebenso wie die mangelhafte soziale Absicherung des Studiums, die ein "Jobben" neben dem Studium unumgänglich mache.

* Aus der Politik wird u.a. die Reformunfähigkeit der Universitäten beklagt, die bei einer inneffizienten Organisation jahrezehntelang immer nur neue Wissensgebiete in die Studienpläne aufnähmen, ohne veraltete Inhalte herauszunehmen. Darüberhinaus würden die Professoren die Lehre allenfalls als notwendiges Übel betrachten, das keinen Einfluß auf ihren Ruf als Wissenschaftler habe.

* Die Hochschulen wiederum beklagen die völlige Überfüllung bei mangelhafter Personal- und Sachmittelausstattung. Im Gegensatz zu allen Prognosen sei die Zahl der Studierenden kaum zurückgegangen; viele Studierende seien von den Gymnasien nicht ausreichend auf das Studium vorbereitet und teilweise kaum für das Studium zu interessieren.

Auch am Fachbereich Informatik steigen die Studienzeiten seit Jahren kontinuierlich an. Wenn es auch keinerlei verläßliche Untersuchung über die tatsächlichen Ursachen gibt, so soll die folgende Skizze verdeutlichen, daß das Studium der Informatik and er Universität Dortmund in seiner gegenwärtigen Konzeption in der Regelstudienzeit durchführbar ist. Sie wurde vom Vorsitzenden der Kommission für Lehre und Studium zusammengestellt und orientiert sich an den Empfehlungen des Studienführers Informatik, der von den Studienberatern des Fachbereichs für die Studenten herausgegeben wird.

Beispielhafter Studienverlauf

Die Skizze soll exemplarisch einen möglichen Verlauf eines Studiums im Studiengang 'Informatik' mit dem (häufig gewählten) Nebenfach Betriebswirtschaftslehre zeigen. Der Studienverlauf eines Informatik-Studiums mit anderem Nebenfach kann aufgrund unterschiedlicher Nebenfach-Gestaltung davon in geringem Umfang abweichen.

Auf andere Maßnahmen des Fachbereichs zur Erleichterung eines zügigen und qualitativ hochwertigen Studiums und ihre Auswirkungen wird dabei nicht im einzelnen eingegangen. Es sollen nur vorab einige Maßnahmen aufgeführt werden, die nicht zuletzt auch durch eine enge und fruchtbare Kooperation mit Studenten in den Selbstverwaltungsgremien, insbesondere Fachbereichsrat und Kommission für Lehre und Studium, ermöglicht wurden:

- Herausgabe eines kommentierten Vorlesungsverzeichnisses durch den Fachbereich,

- Orientierungsphase der Fachschaft für Studienanfänger,

- Dortmunder Informatik-Tage mit Brückenfunktion zwischen Studierenden, Forschung, Anwendung, Region und Industrie,

- periodische mittel- und langfristige sowie für die Studierenden transparente Planung des Lehrangebots in Selbstverwaltungsgremien (Wahlpflichtveranstaltungen werden zum großen Teil in nur 1-jähriger Periode angeboten, bei Bedarf werden zusätzliche Prüfungstermine eingerichtet),

- Planung des Angebots an teilnehmerbeschränkten Lehrveranstaltungen so, daß Zulassungswartezeiten vermieden werden (bei vorhersehbaren Engpässen werden Praktika- und Projektgruppen-Kapazitäten erweitert),

- hohe Investitionen in die apparative Ausstattung der praktischen Übungen zu den Pflicht- und Wahlpflichtveranstaltungen mit dem Ziel eine zukunftsorientierte Ausstattung an Hard- und Software in der Ausbildung verfügbar zu machen,

- übersichtliche Gestaltung des Studienverlaufs, insbesondere auch durch zentralen Kanon aus periodisch gelesenen 'Stamm'-Vorlesungen und eine überschaubare Anzahl von Prüfungsleistungen,

- Veranstaltung 'kleiner' Übungsgruppen zu Grund- und Stammvorlesungen (Tutorien anstelle 'großer' Saalübungen),

- in 1992 durchgeführte Änderungen der beiden Diplomprüfungsordnungen mit dem Ziel, den zeitlichen Verlauf des Studiums flexibler und individuellen Studienfortschritten angepaßter gestalten zu können,

- breites Spektrum wählbarer Neben- bzw. Anwendungsfächer,

- praxisgerechte und Projektarbeit im Team übende Veranstaltungsform 'Projektgruppe'.

Die vorangegangene Liste ist nicht vollständig, sie soll das Interesse, die Aufgeschlossenheit und Handlungsbereitschaft des Fachbereichs für Verbesserungen deutlich machen. So soll die vorliegende Skizze auch ausdrücklich nicht ein statisches Beharren und sich 'Zufriedengeben mit' signalisieren. Sie soll zur Versachlichung der Diskussion beitragen und vermeiden helfen, daß bereits Erreichtes durch Neuerungen gefährdet wird, die von unzutreffenden Prämissen ausgehen.

Hinsichtlich des beispielhaft Studierenden geht die Skizze von 'Normalverhältnissen' aus. Zugrundegelegt wird, daß ein Vollzeitstudierender pro Woche 50h seiner Zeit für direkt studienbezogene fachliche Tätigkeiten (Besuch von Lehrveranstaltungen, Hausarbeiten) aufbringt, daß der Studierende sich seinem Studium motiviert, engagiert und konzentriert widmet, und daß er im Verlauf seiner Schulausbildung die Hochschulreife tatsächlich erworben hat. Die vorlesungsfreie Zeit werde mindestens zur Hälfte ebenfalls konzentriert für das Studium genutzt (Praktika, Programmierkurse, Nachbereitung und selbständige Vertiefung, Prüfungsvorbereitung).

Wir wissen, daß derartige Normalverhältnisse bei einer Großzahl unserer Studierenden aus verschiedenen Gründen nicht gegeben sind. Diese Gründe zu untersuchen ist nicht Ziel der Skizze. Sie soll allerdings darauf hinweisen, daß 'überzogene und ungeeignete' Studienpläne und Prüfungsordnungen nicht alleinige Verursacher langer Studiendauern sein können, und daß - wie am Beispiel unserer Informatik-Studiengänge zu ersehen ist - durchaus bereits Studiengänge existieren, deren Gestaltung derartige Vorwürfe nicht rechtfertigt.

Hinsichtlich der Möglichkeiten eines Studierenden fachfremde Veranstaltungen zu besuchen, sei einerseits auf die Rolle des Nebenfachs hingewiesen. Andererseits läßt die durchschnittliche wöchentliche Belastung von 18h im Hauptstudium Raum zur Verfolgung weitergehender Interessen.

Grundstudium 88h

1. Semester

Grundvorlesung Programmierung 4V 2Ü

Lineare Algebra für Informatiker I 4V 2Ü

Physikalische u. elektrotechn. Grundlagen für Informatiker 2V 1Ü

Technik des betrieblichen Rechnungswesens 2V 1Ü

12V 6Ü 18h

Die vergleichsweise geringe zeitliche Belastung durch Lehrveranstaltungen läßt Raum zur Überwindung von Anfangsschwierigkeiten.

Die erste Veranstaltung des Nebenfachs (Technik des betrieblichen Rechnungswesens) kann alternativ auch im 2 Semester gehört werden.

Zur Selbstkontrolle werden korrigierte Übungsaufgaben zu Programmierung und Lineare Algebra I bearbeitet. Übungsscheine können dadurch erworben werden.

2. Semester

Grundvorlesung Rechnerstrukturen 4V 2Ü

Programmierkurs, z.B. Modula 2 2V 1Ü

Informatik und Gesellschaft 2V 2Ü

Lineare Algebra für Informatiker II 4V 2Ü

Elektronik für Informatiker 3V 1Ü

15V 8Ü 23h

Wenn die erste Veranstaltung des Nebenfachs erst im zweiten Semester gehört wird, erscheint zeitliche Belastung durch Lehrveranstaltungen mit 26h nach Zahl etwas erhöht. Wenn dieselbe Zeit zur häuslichen Vor- und Nachbereitung aufgebracht wird, ergibt sich dann eine Wochenbelastung von 52h. Der Faktor 2 ist jedoch nur bei den nicht-kursiv gedruckten Veranstaltungen angebracht. Die kursiv-gedruckten Veranstaltungen besitzen entweder bereits starke Übungsanteile oder besitzen von sich aus schon vertiefenden und verdeutlichenden Charakter.

Zur Selbstkontrolle werden korrigierte Übungsaufgaben zu Rechnerstrukturen und Lineare Algebra II bearbeitet. Übungsscheine können dadurch erworben werden.

Anhand korrigierter Übungsaufgaben wird der Übungsschein zu Informatik und Gesellschaft erworben, der als Prüfungsvorleistung bei der Anmeldung zur letzten Vordiplomprüfung vorgelegt werden wird.

Am Ende der Vorlesungszeit wird per Klausur ein Schein zu 'Phys. u. elektrotechn. Grundlagen' / Elektronik für Informatiker' erworben. Er wird im 3. Semester Voraussetzung zum Besuch des Hardware-Praktikums.

In der vorlesungsfreien Zeit wird die erste Vordiplomprüfung Informatik I (über den Stoff von Programmierung und Rechnerstrukturen) abgelegt. Im Nichterfolgsfall kann sie ein halbes Jahr später wiederholt werden.

3. Semester

Grundvorlesung Datenstrukturen 4V 2Ü

Analysis I für Informatiker 2V 2Ü

Hardware-Praktikum 4P

Theorie der Investition und Finanzierung 2V 1Ü

Grundlagen der Unternehmensrechnung 2V 2Ü

10V 11Ü/P (21h)

In der vorlesungsfreien Zeit wird das

Software-Praktikum 1V 4P 26h

besucht.

Voraussetzung dafür ist die bestandene Informatik I - Vordiplomprüfung. Sollte diese jetzt wiederholt werden müssen, kann das Software-Praktikum auch im Verlauf des 4. Semesters oder in der dem 4. Semester folgenden vorlesungsfreien Zeit besucht werden.

Neben den per korrigierten Übungsaufgaben zur Selbstkontrolle dienenden Übungsscheinen zu Datenstrukturen und Analysis I, werden der Schein über den erfolgreichen Besuch des Software-Praktikums und der Schein über den erfolgreichen Besuch des Hardware-Praktikums erworben. Sie sind als Prüfungsvorleistungen bei der Anmeldung zur letzten Vordiplomprüfung vorzulegen.

Die zweite Vordiplomprüfung kann nach Ablauf des Semsters abgelegt werden: Mathematik (über den Stoff von Lineare Algebra und Analysis).

4. Semester

Grundvorlesung Grundbegriffe der theor. Informatik 4V 2Ü

weiterer Programmierkurs 1V 1Ü

Wahrscheinlichkeitsrechnung für Informatiker 4V 2Ü

Grundlagen des Marketings 2V 1Ü

Theorie der Produktionswirtschaft 2V 2Ü

13V 8Ü 21h

Im vierten Semester kann bereits die Vorbereitung auf die verbleibenden beiden Vordiplomprüfungen Informatik II (Datenstrukturen, Grundbegriffe der theor. Inform.) und Betriebswirtschaftslehre (die 4 BWL-Veranstaltungen) beginnen.

Informatik II ist eine mündliche Prüfung und kann terminlich flexibel gestaltet werden. Da Vordiplomprüfungsvorleistungen ausdrücklich erst mit der Anmeldung zur letzten Prüfung gefordert werden, können Verzögerungen bei den Vorleistungen mit Informatik II als letzter Prüfung individuell in ihren Auswirkungen auf die Studienzeit begrenzt werden.

Im 'Normalfall' ist nun mit dem Ende des 4. Semesters die 4 Teilprüfungen umfassende Vordiplomprüfung erfolgreich bestanden.

Hauptstudium 72h

5. Semester

Stammvorlesung Effiziente Algorithmen 4V 2Ü

Stammvorlesung Betriebssysteme 4V 2Ü

Stammvorlesung Rechnernetze und verteilte Systeme 4V 2Ü

Industriebetriebslehre I 2V

Industriebetriebslehre II (Blockseminar)    2S

14V 8Ü/S 22h

Das 5. Semester als 1. Hauptstudiumssemester sollte der Orientierung im Hauptstudium dienen und sich auf Stammvorlesungen konzentrieren.

Zu den Informatik-Stammvorlesungen werden die Übungen besucht. Zur Selbstkontrolle werden korrigierte Übungsaufgaben bearbeitet. Damit (u.U. auch mit einer am Ende der Vorlesungszeit stattfindenden Klausur) können Übungsscheine erworben werden.

Sollten sich im Grundstudium Verzögerungen eingestellt haben, können sie durch verstärkten Einsatz im 5. Semester ausgeglichen werden.

Mit der erfolgreichen Teilnahme am Seminar im Nebenfach wird bereits die Prüfungsvorleistung für die spätere Diplomprüfung im Nebenfach erbracht.

6. Semester

Stammvorlesung Komplexitätstheorie 4V 2Ü

Stammvorlesung Informationssysteme 4V 2Ü

Spezialvorlesung Verteilte Algorithmen 4V

Industriebetriebslehre III 2V

Seminar zu Industriebetriebslehre      2S

14V 6Ü/S 20h

Der beispielhaft Studierende hat sich für den Schwerpunkt Rechnernetze entschieden und belegt bereits eine Spezialvorlesung dazu. Er schafft damit auch günstige Voraussetzungen für die - vorteilhaft eher am Studienende zu positionierenden - Veranstaltungen Seminar und Projektgruppe.

Die vorlesungsfreie Zeit wird genutzt, um die erste der vier Diplomprüfungen (Informatik I über 2 theoretische Stammvorlesungen, hier Effiziente Algorithmen und Komplexitätstheorie) vorzubereiten und abzulegen.

7. Semester

Spezialvorlesung Rechnernetzanwendungen 2V

Spezialvorlesung Information Retrieval 2V

Spezialvorlesung zu Informatik und Gesellschaft 2V

Projektgruppe 'Rechnernetzverwaltung' 8PG

Industriebetriebslehre IV   2V

8V8PG 16h

Die vorlesungsfreie Zeit wird genutzt um die 2. Informatik Diplomprüfung Informatik II vorzubereiten. Sie erstreckt sich über den Stoff von Informationssysteme und Betriebssysteme. Die aus dem Informationssystem-Feld stammende Spezialvorlesung Information Retrieval trägt zur Abrundung bei. Die Prüfung wird gegen Ende der vorlesungsfreien Zeit bzw. zu Beginn des 8. Semesters abgelegt.

Der Studierende kann sich danach auf die Vertiefung im Schwerpunkt und den Abschluß des Nebenfachs konzentrieren.

8. Semester

Spezialvorlesung Protokollspezifikation 2V

Projektgruppe 'Rechnernetzverwaltung' 8PG

Seminar 'Hochgeschwindigkeitsprotokolle' 2S

Industriebetriebslehre V   2V

4V10S/PG 14h

Die vorlesungsfreie Zeit wird genutzt um die 3. Informatik Diplomprüfung Informatik III und die Nebenfach-Diplomprüfung vorzubereiten.

Informatik III erstreckt sich über den Stoff von Verteilte Algorithmen und Rechnernetzanwendungen, als Vorleistungen wird der Übungsschein zur Vorlesung Rechnernetze und verteilte Systeme gewählt. Die aus dem Rechnernetz-Feld stammende Spezialvorlesung Protokollspezifikation trägt zur Abrundung und zur Orientierung bzgl. möglicher Diplomarbeitsthemen bei.

Beide Prüfungen sind (wie alle Prüfungen des beispielhaften Hauptstudiums) mündlich und können individuell positioniert werden. Günstig ist es, die Prüfung gegen Ende der vorlesungsfreien Zeit bzw. zu Beginn des 9. Semesters abzulegen.

Die Stundenzahl des beispielhaften 8. Semesters läßt Raum zur Orientierung, Suche und Einarbeitung in das Umfeld einer Diplomarbeitsthemenstellung, so daß mit Beginn des 9. Semesters, die Diplomarbeit in Angriff genommen werden kann.

Die Diplomarbeit ist bei diesem Beispiel-Verlauf die letzte Prüfungsleistung.Sie kann auch früher positioniert werden, wenn die Vorleistungen (Seminarschein, PG-Schein) dann schon gegeben sind.

9. Semester

Diplomarbeit

Mit dem Ende des 9. Semesters ist die Diplomarbeit als letzte Prüfungsleistung erbracht.

Das Studium konnte mit einem Umfang von insgesamt 160 Wochenstunden (+Diplomarbeit) in der Regelstudienzeit von 9 Semestern absolviert werden.

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Frauenbeauftrage des Fachbereichs Informatik ______________________________________________________________________

Für die Statusgruppe der Studentinnen: Sevim Kosan

Für die Statusgruppe der wiss. Mitarbeiterinnen und Ansprechpartnerin

Für alle:

Dipl.-Inform. Ricki Wegner, GB IV 326, Tel. 2120, e-mail: ricki@XXXls2.cs.tu-dortmund.de (Spam-Schutz! Bitt entfernen Sie vor dem Versenden das XXX aus der E-Mail-Adresse!), Sprechstunde: nach Vereinbarung

Für die Statusgruppe der Professorinnen:

Prof. Dr. Katharina Morik,

GB IV, Raum 421, Tel. 5100, e-mail morik@XXXls8.cs.tu-dortmund.de (Spam-Schutz! Bitte entfernen Sie vor dem Versenden das XXX aus der E-Mail-Adresse!),

Sprechstunde: siehe Aushang vor GB IV, Raum 421

Siehe auch Aushangbrett in GB IV, neben Raum 324.